Alexander Kerschakow: Der Weg zur Fußball-EM führt über die Schweiz

Foto: Commons.wikipedia/Michel Perm CC BY-SA 3.0Foto: Commons.wikipedia/Michel Perm CC BY-SA 3.0
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Der russische Torschützenkönig Alexander Kerschakow kickt in der zweiten Hälfte der Saison für den angeschlagenen schweizerischen Superligisten FC Zürich. Nach einem halben Jahr Zwangspause bei seinem Heimatverein Zenit St. Petersburg will der 33-Jährige noch einmal angreifen – erklärtes Ziel ist die Teilnahme an der Europameisterschaft in Juni in Frankreich.

Am 4. Januar war die Sauregurkenzeit vorbei – erstes Training mit dem neuen Club. Der absolute Rekordtorschütze sowohl bei Zenit als auch in der russischen Nationalelf war im Sommer von Chefcoach Andre Villas-Boas als „unbrauchbar“ aussortiert worden. Kerschakow wurde in Zenits B-Mannschaft verschickt, lief aber nicht für sie auf. Er hielt sich mit einem individuellen Trainer fit, bis endlich die Erlaubnis der Vereinsleitung kam, für ein halbes Jahr als Leihgabe von dannen zu ziehen.

Fußballspielen und sonst nichts!

Kerschakow macht keinen Hehl daraus, was ihn in die europäische Fußballprovinz verschlagen hat: Er möchte Spielpraxis, damit er seinen Platz in der Nationalmannschaft zurückbekommt und mit ihr zur EM nach Frankreich fährt. Und danach würde er am liebsten wieder in Petersburg spielen – der ungeliebte Trainer packt nach dieser Saison seine Sachen, und der Weg wäre wieder frei für die Clublegende. Aber bis dahin liegt ein hartes Stück Arbeit vor dem Starstürmer.

Kerschakow verzichtet für die Möglichkeit, wieder Tore schießen zu können, sogar auf die Hälfte seines Salärs, berichtet die russische Sportpresse. „Das waren die Bedingungen für die Ausleihe. Um spielen zu können, habe ich mich einverstanden erklärt“, so Kerschakow. An ein Ende seiner Karriere denkt er vorerst nicht: „Ich will Fußball spielen und habe nicht vor, Schluss zu machen.“

„Hyypiä hat mich eingeholt.“

Beim FC Zürich, der momentan am Tabellenende der Superliga herumkrebst, trifft Kerschakow einen „alten Bekannten“. Gegen Trainer Sami Hyypiä spielte der Russe 2009 in der Weltmeisterschafts-Qualifikation, als Russland Finnland 3:0 schlug und Kerschakow zwei Treffer erzielte. Sein unmittelbarer Gegner in dem Spiel war Innenverteidiger Hyypiä.

Kerschakow war ihm einfach davongelaufen. In böser Erinnerung scheint der Finne den Russen aber nicht zu haben. Laut Kerschakow hatte Hyypiä bereits früher als Trainer von Bayer Leverkusen Interesse an ihm gehabt, aber daraus wurde nichts. „Jetzt hat Hyypiä mich eingeholt“, kommentiert der Petersburger lakonisch.

[sb/russland.RU]