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09-10-2007 Analysen & Hintergründe
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Die Klimaerwärmung weicht bald einer Kaltzeit |
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[von Oleg Sorochtin]
Mein eindeutiger Rat lautet: „Besorgt Euch Filzstiefel!“ Wir
durchleben jetzt den Höhepunkt einer der vorübergehenden
Klimaerwärmungen, die noch im 17. Jahrhundert begonnen hat, als
von einer anthropogenen Einwirkung der Treibhausgasauswürfe auf
das Klima noch keine Rede war.
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Die Temperaturerhöhung hat eine ausgeprägt natürliche
Herkunft und hängt nicht vom „Treibhauseffekt“, von
Treibhausgasen ab. Die wahren Ursachen für den Klimawandel
liegen in der Ungleichmäßigkeit der Sonnenstrahlung, in der
Präzession (Änderung der Drehachse) der Erde, in der
Instabilität der Ozeanströme, in der periodischen Entsalzung
bzw. Versalzung der Oberflächengewässer des Nordpolarmeeres und
anderem. Die wichtigsten Ursachen davon sind die
Sonnenaktivität und die Leuchtkraft. Je höher diese Kennwerte,
desto höher ist die Temperatur.
Die Astrophysiker, die die Sonnenaktivität erforschen,
haben zwei Zyklustypen - den elfjährigen und den 200-jährigen -
festgestellt. Beide Zyklustypen sind durch Änderungen des
Radius und der strahlenden Oberfläche der Sonne bedingt. Nach
den neuesten Angaben zu urteilen (ich gehe dabei von
Informationen des Chefs des Weltraumforschungslabors des
Observatoriums Pulkowo, Chabibulla Abdusamatow, aus), ist der
Höchstpunkt der Erwärmung bereits überschritten worden, nun
wird ziemlich schnell, schon zum Jahr 2012, eine spürbare
Abkühlung eintreten. Die Tiefpunktphase der Sonnenaktivität,
die mit einem deutlichen Temperaturrückgang einhergehen soll,
ist gegen das Jahr 2041 zu erwarten. Das kühle Klima wird
mindestens 50 bis 60 Jahre anhalten.
Die Umweltschutzexperten stimmen meiner Meinung nicht
zu, sie verteidigen die Theorie der so genannten
„Treibhausgase“. Diese Gase, darunter auch Stickstoffdioxid,
sollen die Atmosphäre erwärmen und dadurch die Wärme an der
Oberfläche unseres Planeten zurückhalten. Diese Idee wurde noch
Ende des 19. Jahrhunderts vom schwedischen Chemiephysiker
Svante Arrenius, Nobelpreisträger, dargelegt und wird seitdem
in gutem Glauben, ohne ernsthafte Prüfung aufgenommen. Dieser
Standpunkt herrscht auch in unseren Tagen vor und beeinflusst
alle Beschlüsse und Dokumente solider internationaler
Organisationen, darunter auch das Kyoto-Protokoll zur
UN-Rahmenkonvention über Klimaänderungen, das von nahezu 150
Ländern unterzeichnet wurde. Das ist ein gutes Beispiel dafür,
wie eine wissenschaftliche Hypothese allmählich in Großpolitik
und Wirtschaft überfließen kann. Diejenigen, die das
Kyoto-Protokoll erarbeitet und befürwortet hatten, waren von
falschen Ideen ausgegangen. Als Ergebnis müssen die Regierungen
der Industrieländer nun enorme Geldsummen für die Bekämpfung
der anthropogenen Belastung der Atmosphäre ausgeben. Inwieweit
ist das alles berechtigt? Führen wir etwa einen Kampf gegen
„Windmühlen“?
Die Schuld des „Treibhauseffektes“ am Temperaturanstieg
ist fraglich, jedenfalls wissenschaftlich nicht nachgewiesen.
Das klassische Szenario einer „Treibhaus-Erwärmung“ ist allzu
simpel, um dem wirklichen Sachverhalt zu entsprechen. In
Wahrheit verlaufen weitaus kompliziertere Prozesse in der
Atmosphäre, insbesondere in deren dichteren Schichten. So
beispielsweise wird die Wärme im Weltraum nicht so sehr
verstrahlt, sondern vielmehr von Luftmassenströmungen
übertragen, und das ist ein ganz anderer Mechanismus, der keine
globale Erwärmung auslösen kann.
Die Unabhängigkeit der Temperatur der Troposphäre (der
nächsten und dichtesten Atmosphäreschicht) von der
Konzentration von Treibhausgasen darin ist nicht nur
theoretisch bewiesen, sondern wird auch empirisch bestätigt.
Eine Auswertung der Proben von der Antarktis-Eisdecke (die
Eiskerne wurden aus Sonden im Raum der russischen Polarstation
„Wostok“ entnommen) hat den prinzipiellen Zusammenhang zwischen
solchen Parametern wie den Mengen von Kohlensäuregas in der
Atmosphäre und deren Temperaturänderung nicht widerlegt. Dabei
muss jedoch zwischen Ursache und Wirkung unterschieden werden.
Es ist geklärt worden, dass die Kurve der
Temperaturschwankungen die Änderung der Konzentrationswerte von
Kohlensäuredioxid (CO2) immer etwas überholt hat. Folglich ist
der Temperaturanstieg primär. Die Wärme durchdringt die
Ozeanoberfläche - das wichtigste Depot von Kohlensäure (das 60-
bis 90-fache gegenüber der Atmosphäre) und löst den
„Sekteffekt“ aus! Champagner schießt aus einer warmen Flasche
heraus, in einer gekühlten Flasche verhält sich das Gas passiv.
Mit der Erwärmung fängt der Ozean an, mehr Kohlensäure
„auszuatmen“, die in die Atmosphäre steigt. Ihr Vorhandensein
verstärkt den anthropogenen Faktor (dies kann nicht voll
geleugnet werden), aber ihr Anteil ist recht gering und macht,
wie man so sagt, noch keinen Sommer. Jedenfalls wird sich die
Temperatur auf der Erde bei den gegenwärtigen
Industrieemissionen von CO2, die fünf Milliarden bis sieben
Milliarden Tonnen jährlich betragen, bis zum Jahr 2100 nicht
ändern. Selbst wenn die Konzentration von „Treibhausgasen“ auf
das Doppelte steigen würde, würde der Mensch das nicht
wahrnehmen.
Das Kohlensäuregas hat nicht nur keinen schlechten
Einfluss auf das Klima, sondern es bringt sogar Nutzen: Es
fördert als „Brot“ für die Pflanzen die Entwicklung des Lebens
auf der Erde. Davon zeugt unter anderem die „grüne Revolution“
- eine rapide allgemeine Erhöhung der Produktivität
landwirtschaftlicher Kulturen Mitte des 20. Jahrhunderts. Die
Angaben, die auf den direkten Zusammenhang zwischen der
Ertragsfähigkeit und dem CO2-Gehalt der Luft hinweisen, werden
auch durch viele Experimente bestätigt.
Der Einfluss der Kohlensäure äußert sich nicht im
Klimawandel, sondern vielmehr in der Wetteraktivität. CO2
absorbiert Infrarotstrahlung - das ist eine Tatsache.
Angenommen, dass sich die Luft in deren erdnahen Schichten
dermaßen erwärmt hat, dass das darin enthaltene Kohlensäuregas
Infrarotstrahlung absorbiert hat. Als Folge verschwindet die
Strahlung und deren Energie wird auf die Schwingungsbewegungen
des Gases übertragen. Dies löst eine Ausweitung und dann den
Verlust des Volumens aus. Die Luft steigt in die Stratosphäre
und von dort aus gehen kalte Luftströme nieder, das heißt die
Luftschichten vermischen sich. Die Temperatur ändert sich
faktisch nicht, aber die Wetter zirkulieren - Zyklone und
Antizyklone bewegen sich schneller und so weiter. Damit
erklären sich denn auch die Naturerscheinungen wie Hurrikane,
Stürme, Tornados etc.. Ihre Intensität kann durchaus vom
CO2-Gehalt abhängen, so dass die Verringerung der
Kohlensäuregaswerte in der Atmosphäre bei der Bekämpfung dieser
Naturkatastrophen einen gewissen Effekt bringen könnte.
Dabei hat das CO2 mit dem Wandel der globalen
Temperatur nichts zu tun. Zumindest aus dem Grund, dass die
Sonnenaktivität nach ihrer Energie um ein Mehrtausendfaches
stärker ist, als die gesamte Energie, die von der Menschheit
erzeugt wird. Also bedeutet die anthropogene Belastung für die
Natur weniger, als ein Mückenstich für den Menschen.
Auf der Erde kann es im Prinzip zu keiner
Temperaturkatastrophe kommen. Von allen Planeten des
Sonnensystems hat nur die Erde eine einmalige Atmosphäre, die
ein günstiges Klima für die Entwicklung höherer Lebensformen
sichert. Dies ist durch eine günstige Konstellation vieler
Umstände bedingt, und zwar dadurch, dass die Sonne ein „ruhiger
Stern“ ist, dass die Erde in einer optimalen Entfernung von der
Sonne liegt, dass die Erde einen massiven Satelliten hat usw..
Die komfortablen Klimabedingungen auf unserem Planeten haben
sich auch dank den festen Rückverbindungen zwischen der
Evolution des Biotums der Erde und der Entwicklung der
Atmosphäre herausgebildet.
Diese regulierenden Rückverbindungen sind vielfältig und
die Hauptverbindung manifestiert sich in der Albedo
(Reflektierfähigkeit) der Erde, die eine Art Regler für das
Wärmeregime unseres Planeten ist. Angenommen, es ist wärmer
geworden (wie jetzt). Das bedeutet, dass die Verdunstbarkeit
des Ozeans zunimmt, die Wolkendecke, die die Sonnenenergie
zurückhält, sich verdichtet und es naturgemäß zu einem
Temperaturrückgang kommt. Und umgekehrt.
Was wäre ein vernünftiges Herangehen an das
Klimaproblem? Die von der Natur diktierte Gegebenheit ruhig
und pragmatisch hinnehmen. Man sollte sich nicht wegen „der
rapiden Eis-Schmelze“ im Nordpolarmeer (und dessen
anschließenden Schwundes) in eine Panik treiben lassen.
Beiläufig gesagt, die Polarforscher behaupten, dass die
Eiskappen der Arktis und der Antarktis nur noch stärker werden.
In der Perspektive ist die Zukunft der Erde mit einer neuen
Eiszeit verbunden, die, wie physikalisch-mathematische
Berechnungen zeigen, härter sein wird, als die in der
Vergangenheit. Europa wird erfrieren und Gletscher werden
südlich von Moskau entstehen. Aber das wird frühestens in
100 000 Jahren geschehen!
Jetzt möchten wir aber die Europäer damit
beschwichtigen, dass der Golfstrom nur in dem Fall seine Route
ändern kann, wenn ihm durch ein Wunder seine Energie
weggenommen und seine Kraft nicht mehr dafür ausreichen würde,
in die nördlichen Regionen zu gelangen. Aber die Natur wird so
etwas kaum zulassen. -
Prof. Dr. rer. nat. Oleg Sorochtin, Mitarbeiter am
Institut für Ozeanographie der Russischen Akademie der
Wissenschaften und ordentliches Mitglied der Russischen
Akademie der Naturwissenschaften, ist als Autor von mehr als
300 Studien, neun Monographien und mehreren Büchern bekannt.
Das letzte davon - „Die Evolution und die Prognose globaler
Klimawandlungen der Erde“ - erschien im Jahre 2006. Sorochtin
ist mit dem Titel „Verdienter Wissenschaftler der Russischen
Föderation“ geehrt. Er war an mehreren Antarktis- und
ozeanologischen Expeditionen beteiligt. Sorochtin betätigt sich
auf dem Gebiet der globalen Evolution der Erde und der Ozean-
und Klimaentwicklung. [ria-novosti]
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