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Flattr this 01-09-2009 Arctic Sea
Mysterium „Arctic Sea“ - Holz für Algerien ( Teil 1 )


Russlands NATO- Botschafter spricht von westlichen Medienmärchen, wenn er die Spekulationen um eine etwaige heikle Fracht der ARCTIC SEA kommentiert. Der Beobachter stellt sich spätestens hier die Frage, weshalb die russische Marine den Frachter nicht bereits auf den Kapverden einer unabhängigen Untersuchung zur Verfügung stellte und ihn stattdessen unter Ausschluss der Öffentlichkeit in einen Schwarzmeerhafen überführt. Einen maltesischen Frachter, der wohlgemerkt in europäischen Gewässern entführt worden sein soll.




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Wo liegt die Begründung für diesen russischen Alleingang? Wo die für die einhellige Stille westlicher bzw. europäischer Organisationen?

Aber der Reihe nach:

Seine Mandanten seien Umweltaktivisten und hätten das Schiff nicht entführt, sondern dort vor einem Unwetter Schutz gesucht, sagte ein Anwalt der Beschuldigten der russischen Zeitung "Kommersant". Der Kapitän habe seine Mandanten, die auf einer Übungsfahrt in Seenot geraten seien, an Bord gelassen und dann dort festgesetzt. Der Kapitän habe sich geweigert, die Küstenwache zu informieren oder die acht Umweltschützer an einem europäischen Hafen abzusetzen, sagte der Verteidiger Omar Achmedow der Zeitung.

Der Verteidiger widersprach der Darstellung der russischen Staatsanwaltschaft, wonach die acht Männer den Frachter am 24. Juli bewaffnet, maskiert und in schwarzer Kleidung mit dem Aufdruck "Polizei" gestürmt haben sollen. Seine Mandanten seien aktive Umweltschützer. Am 24. Juli seien sie vom estnischen Hafen Pärnu in einem motorisierten Schlauchboot aufgebrochen, um ein Navigationssystem zu testen, sagte Anwalt Achmedow der Zeitung.


Von Pernü also per Schlauchboot bis zur Artic Sea. Schauen wir uns das mal auf der Karte an:

schlauchbootfahrt


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Ich hab schon einiges abgedrehtes in meinem Leben erlebt, gesehen und gehört. Aber eine Testfahrt bei schwerem Wetter mit einem Schlauchboot über eine Distanz von über 260 Seemeilen, um ein Navigationsgerät zu testen, besitzt eindeutig Klabautermannqualität.

Interessant dabei, dass man in Landnähe Schutz auf einem Frachter sucht, statt rechtzeitig das Ufer anzusteuern. Wenn der Sturm ein Sturm war, dürfte es für ein Schlauchboot schier unmöglich sein, längsseits zu gehen, ohne umzuschlagen. Aber ich möchte den russischen NATO- Botschafter jetzt nicht ärgern...

Festzustellen ist, dass die "offizielle Version", also auch die von russischer Seite, einen Überfall auf die ARCTIC SEA in den Morgenstunden des 24. Juli darstellt. Ob nun mit ohne ohne Schlauchboot.

Aber das ist nachweislich falsch. Wir wissen, dass es einen Vorfall vor Gotland gab- das ist unstrittig. Wie schon einmal hier gezeigt, kann man anhand der Fahrdaten diesen Vorfall auch herauslesen:

schlauchbootfahrt


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Vermeindlicher Überfall zwischen 02:15 und 04:22 Uhr am Morgen des 24.07.

Wie gesagt- dass hier die Fahrmanöver und zeitlichen Abfolgen einen ungewöhnlichen Vorfall dokumentieren, bestreitet niemand. Die Weltpresse gutierte dies und nun präsentiert man uns die Schlauchboothasadeure, die 260 Seemeilen ( bei 10 Seemeilen = 26 Stunden ) mit dem Gummiding durch's Baltikum pflügten. Beachtlich niedriger Verbrauch für einen Außenborder übrigens...

Doch wie war es wirklich?

Fahren wir die Strecke mit Hilfe der Originaldaten noch einmal ab:

schlauchbootfahrt


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Am Morgen des 22. Juli ( und nicht am 23., wie viele Medien fälschlicherweise berichten ) verlässt die ARCTIC SEA um 02:26 Uhr den Hafen von Pietarsaari / Finnland.

Nichts ist ungewöhnlich, die ARCTIC SEA nimmt zügig Fahrt auf und erreicht schnell 10 Knoten Geschwindigkeit.

schlauchbootfahrt


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Der angeblich nur mit Holz beladene Frachter fährt den gewohnten Kurs vorbei an den vorgelagerten Felseninseln und hält eine normale Geschwindigkeit. Eine halbe Stunde ist er nun unterwegs.

schlauchbootfahrt


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Nur 38 Minuten vom Hafen Pietarsaari entfernt kommt es zu einem auffälligen Fahrmanöver der ARCTIC SEA. Der Frachter, vollbeladen und träge in seinem Handling, ändert nicht nur leicht den Kurs, was auf ein Ausweichmanöver hindeuten würde. Die Fahrdaten zeigen an, dass er womöglich sogar drehen wollte, dieses Unterfangen aber abbrach und wieder auf seinen alten Kurs zurückkehrte:

schlauchbootfahrt


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Was war der Auslöser für diesen Kurswechsel? Ein Entgegenkommer auf keinen Fall. Ein Schlauchboot aus Estland auch nicht, das kommt in der offiziellen Chronologie erst später vor. Dieser seltsamer Vorfall scheint vom Frachter selbst auszugehen, ohne jegliche Fremdeinwirkung. Streit auf der Brücke? Zweifel an der Weiterfahrt?

Aber diese Fragen sind nichts gegen die, die sich in wenigen Minuten noch ergeben sollen...

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