Biathlon: Olga Podtschufarowa holt ersten Einzel-Weltcupsieg der Saison für Russland

Foto: Wikipedia/Pavel Hrdlička CC BY-SA 3.0Foto: Wikipedia/Pavel Hrdlička CC BY-SA 3.0
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Im italienischen Antholz ist bei den russischen Biathlon-Damen endlich der Knoten geplatzt: Olga Podtschufarowa holte am Donnerstag im Sprint den ersten Sieg ihrer Karriere und zugleich den ersten Einzel-Titel für die Russen in dieser Saison. Abgerundet wurde das Rennen durch den starken dritten Platz von Jekaterina Jurlowa, der Weltmeisterin von 2015.

Die 23-jährige Moskauerin legte auf der 7,5 Kilometer langen Strecke in Südtirol eine fehlerlose Schießleistung hin und kam acht Sekunden vor der Italienerin Dorothea Wierer, die eine Strafrunde drehen musste, ins Ziel. Jurlowa traf ebenfalls alle zehn Scheiben und beendete das Rennen als Dritte.

Erste oder zweite Liga?

Bei den Russen läuft diese Saison sehr zäh an. Während die Männer mit dem Staffelsieg im Dezember in Hochfilzen einen Akzent setzten und mehrere Podestplätze vorweisen konnten, lief es bei den Frauen nicht einmal mittelmäßig. Einer der wichtigsten Gründe dafür ist sicher die angespannte Atmosphäre in der Mannschaft.

Was dort falsch läuft, zeigt das jüngste Beispiel von Darja Virolainen: Vor der Etappe in Antholz entschieden die Trainer, sie zum IBU-Cup zu schicken, also in die zweite Biathlon-Liga. Kurzerhand wurde der Beschluss rückgängig gemacht, und Virolainen landete in Südtirol prompt auf dem 32. Platz. Nervosität und Unbestimmtheit waren noch nie gut für sportliche Hochleistungen.

Ein fast ideales Rennen

Zwischen der Leitung des russischen Biathlonverbands und dem Trainerstab der Damenmannschaft gibt es immer wieder Meinungsverschiedenheiten und Kompetenzgerangel. Möglicherweise sind allein Podtschufarowa und Jurlowa psychisch stark genug, um sich über die enervierenden Umstände hinwegzusetzen.

Olga Podtschufarowa sagte nach dem siegreichen Sprint, sie habe „ein fast ideales Rennen gelaufen“. Da die Formkurve zuletzt immer weiter nach oben gegangen war, sei sie nicht sonderlich überrascht über den Erfolg. Jurlowa hatte hingegen nicht mit dem Podestplatz gerechnet. „Bei idealem Schießen hätte ich gedacht, unter die ersten 15 zu kommen“, sagte die Biathletin gegenüber der Presse. Ihre Form sei zurzeit etwa auf dem Niveau von 2010/2011.

[sb/russland.RU]