Brüsseler Terrorakt: Falsches Video machte die Runde

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Die Anschläge auf den Brüsseler Flughafen und die Metrostation waren kaum grausame Realität geworden, schon tauchten die ersten Videoclips auf der Social Media-Plattform Facebook auf. Rasend schnell wurden diese Aufnahmen von den Usern geteilt, ohne zu ahnen, dass sie einem handfesten Hoax aufgesessen sind.

Geteilt ist schnell in den Social Medias, mitunter gar zu schnell. Auf dem Clip sind Menschen zu sehen, die, offenbar aus einem Terminal eines Flughafens, aufgeregt und in sichtlicher Panik nach einer Explosion, auf der Flucht sind. Im Inneren des Gebäudes Verwirrung und dichter Rauch. Anhand der Videobilder lässt sich deutlich erkennen, dass es sich um einen Anschlag handelt.

Brüssel steht unter tiefem Schock an diesem Dienstagmorgen. Deshalb nimmt man automatisch an, auf den Aufnahmen einer Überwachungskamera wäre das eben erst Geschehene zu sehen. Dass dem nicht so war, ist ein paar aufmerksamen Benutzern zu verdanken, die den Braten sogleich gerochen haben und über den Kurznachrichtendienst Twitter richtigstellten.

„If you see anyone sharing CCTV footage of Brussels blast, it’s from 2013. Obviously there’s no way that camera would be accessed so early.“, twitterte beispielsweise ein Nutzer. Allerdings unterlief auch ihm ein Fehler, da auf dem Überwachungsvideo der verheerende Anschlag auf den Moskauer Flughafen Domodedowo vom 24. Januar 2011 zu sehen ist. Immerhin stellt der User die Datumsfrage selber wieder richtig: „Noted, but 2011 or 2013 doesn’t really matter. The point is it’s not from today.“

Genau das ist der Punkt: Anschlag ja – Brüssel nein. So sehr man sich über die Informationsvielfalt des Internet freuen mag, so kritisch muss man zwangsläufig auch mit dem Wahrheitsgehalt der Meldungen sein. Einem Facebook-Nutzer jedenfalls können Sie vertrauen. Dem russischen Ministerpräsidenten Dmitri Medwedew. Denn auf dessen Facebook-Seite steht aufrichtig und unwiderruflich, dass der Chef des ukrainischen Sicherheitsdienstes (SBU), Wassili Grizak, ein „Schwachkopf“ sei. Doch das ist eine andere Geschichte..

[mb/russland.RU]

Über den Autor

Michael Barth
1961 in Nürnberg geboren und von da aus ab 1979 die große weite Welt erkundet. Die Wege führten anfangs nach Klein- und Mittelasien und waren stets das Ziel. Immer mit im Gepäck, der sehnsüchtige Blick auf die schier unerreichbare UdSSR. Dann fiel der eiserne Vorhang, die Pfade führten nach Nordosten. Durch einen glücklichen Umstand tat sich letztendlich Russland auf. Der berufliche Werdegang verlief zunächst sehr unjournalistisch. Ständig auf der Suche nach neuen Aufgaben und Herausforderungen war nach der Ausbildung zum Kirchenmaler vom Krematoriumsarbeiter bis zum R’n’R Caterer so ziemlich alles dabei, was Abenteuer und Ungewöhnlichkeit versprach. In Russland kam 2008 der Journalismus hinzu. Weltenbummeln und schreiben – perfekt. Zuerst bei einer kleinen Gazette und ab 2012 ernsthaft im Feuilleton bei russland.RU. Seit 2014 dort Chefredakteur.