Die Brücke von Kertsch

Construction_of_the_Crimean_bridge_(2016-03-18)_04_kremlin.ruConstruction_of_the_Crimean_bridge_(2016-03-18)_04_kremlin.ru
image_pdfimage_print

Anlässlich des zweiten Jahrestages des Beitritts der Krim und Sewastopols zur Russischen Föderation hat Präsident Putin auch die „Baustelle“ der großen Verbindungsbrücke zwischen dem russischen Festland und der Halbinsel Krim über das Meer, die Wasserstraße von Kertsch, besichtigt.

Bei einem Regierungstreffen zur sozio-ökonomischen Entwicklung von Krim und Sewastopol bezeichnete er den Bau dieser Brücke eine „Historische Mission“. Er bezog sich dabei auf die Geschichte dieser noch nicht vorhandenen Brücke. Tatsächlich ist die Idee, diese Verbindung zu bauen, nicht neu.

Schon 1910 unter Zar Nikolaus II. plante man, eine Brücke zu bauen. Sie sollte von der dem russischen Festland vorgelagerten kleinen Halbinsel Taman auf die große Halbinsel Krim führen. Der Erste Weltkrieg machte die Pläne zunichte.

Ein zweiter Versuch wurde 1930 unternommen, als russische Ingenieure eine Eisenbahnbrücke bauen wollte. Dieser Plan fiel endgültig mit Beginn des Zweiten Weltkrieges ins Wasser.

Ausgerechnet die Nazis haben in der Zeit der Besetzung während des Krieges den Plan aufgegriffen und mit dem Bau einer Brücke begonnen. Die Brücke sollte groß, breit und kräftig werden und Jahrzehnte halten. Das war der Grund, warum sich das russische Oberkommando entschloss, die Besatzer gewähren zu lassen und das Projekt nicht und nur den Brückenkopf zu bombardieren – man wollte nach dem Zweiten Weltkrieg davon profitieren. Nachdem der deutsche Rückzug abgeschlossen war, versuchte die Wehrmacht das bis dahin Gebaute zu zerstören. Es gelang nicht vollständig, der Rest war eine Behelfsbrücke, die nach dem Krieg dann durch Eisgang zerstört wurde.

Putin meinte dazu: „Unsere Vorgänger haben die Wichtigkeit dieser Brücke zwischen der Krim und dem Kaukasus [das russische Festland] erkannt und haben sich an dem Projekt versucht. Wir wollen hoffen, dass wir diejenigen sind, die diese historische Mission erfüllen.“
(Hanns-Martin Wietek/russland.ru)