Die heile Welt des Donald T.

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Als „The Donald“ macht er gerade von sich reden. Der drollige Amerikaner mit dem unidentifizierbaren gelb-behaarten Haustier auf dem Kopf, der sich anschickt, künftig einen in Weltpolitik zu machen. Man ist sich nicht ganz sicher: Meint der Mann seine, mitunter an wirre psychedelischen Ausflügen erinnernden, Gedankengänge ernst oder mimt Donald T. nur eine billige Persiflage auf Donald D.?

Wenn es nach Donald Trump, einem der am meisten ernstzunehmenden Präsidentschaftsanwärter der USA, ginge, hätte er die Welt schon vorgestern zu einer Besseren gemacht. Ging es aber nicht und somit muss sich der US-Politiker mit der prickelnsten Frisur seit George Washington noch ein wenig gedulden. Vorerst übt er sich noch in Rhetorik, lässt aber die Welt schon jetzt an seinen Plänen zur großen Umgestaltung derselben teilhaben.

Dieser Tage widmete er sich den baltischen Staaten, ganz oben im Nordosten Europas. Ob er wirklich weiß, wo das überhaupt genau ist, können wir nicht sagen. Auf alle Fälle ist „The Donald“ schon zu Ohren gekommen, dass die dortigen Bewohner zutiefst Respekt, um nicht gar zusagen Angst, vor Russland hätten. Folglich durften sich litauische Journalisten der örtlichen Radiostation „LRT Lituanica“ gleich einmal in seine pragmatischen Lösungsvorschläge eingeweiht fühlen.

„The Donald`s“ neue Weltordnung

Allerdings blieb den Journalisten bei Trumps Ausführungen schlichtweg die Sprache weg. Afrika! Donald T. sieht die Lösung aller baltischen Sorgen und Nöte tatsächlich in Afrika. Ja, warum gehen nicht alle diese Leute da oben  auf den afrikanischen Kontinent? Aus der Sicht eines US-Amerikaners mag sich das logisch anhören, der Europäer hingegen schüttelt bei dem Gedanken nur unverständig mit dem Kopf.

„Die baltischen Staaten haben doch erst vor kurzem erklärt, dass sie sich nicht entwickeln können, weil Russland ihr Nachbar ist.“, führte der Reformator der neuen Welt ins Feld. „Dann können wir nur den Ratschlag geben, sich andere Nachbarn zu suchen – zum Beispiel in Afrika. Wir siedeln also alle Balten auf den afrikanischen Kontinent um und die Afrikaner schicken wir von Afrika ins Baltikum. Natürlich müssen wir die Länder noch umbenennen – ich denke, viele afrikanische Bürger werden sich über so eine Entscheidung freuen“, so der weitsichtige Donald.

Die Entwicklung, so scheint sich Trump sicher, wäre für Estland, Litauen und Lettland ein Segen. Die würden sich auf dem afrikanischen Kontinent „mit ungeahntem Tempo entwickeln – und allen wird es gut gehen“. Wir hingegen fragen uns, wie gut es Donald T. noch geht. Wir wissen auch nicht, ob man ihn verfluchen soll oder aber einfach nur auslachen – doch eines wird Donald Trump immer bleiben: Ein illustrer Politiker mit dem Herzen am ihm vermeintlich rechten Fleck und einer Schnauze, die schneller spricht, als der Kopf denkt. Der Wahlkampf in den Vereinigten Staaten von Amerika wird wohl weiterhin für bunte Unterhaltung sorgen.

[mb/russland.RU]

Über den Autor

Michael Barth
1961 in Nürnberg geboren und von da aus ab 1979 die große weite Welt erkundet. Die Wege führten anfangs nach Klein- und Mittelasien und waren stets das Ziel. Immer mit im Gepäck, der sehnsüchtige Blick auf die schier unerreichbare UdSSR. Dann fiel der eiserne Vorhang, die Pfade führten nach Nordosten. Durch einen glücklichen Umstand tat sich letztendlich Russland auf. Der berufliche Werdegang verlief zunächst sehr unjournalistisch. Ständig auf der Suche nach neuen Aufgaben und Herausforderungen war nach der Ausbildung zum Kirchenmaler vom Krematoriumsarbeiter bis zum R’n’R Caterer so ziemlich alles dabei, was Abenteuer und Ungewöhnlichkeit versprach. In Russland kam 2008 der Journalismus hinzu. Weltenbummeln und schreiben – perfekt. Zuerst bei einer kleinen Gazette und ab 2012 ernsthaft im Feuilleton bei russland.RU. Seit 2014 dort Chefredakteur.