„Die Russen haben mit ihrem militärischen Eingreifen den Friedensprozess erst ermöglicht“

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[Von Peter Mühlbauer] – Der ehemalige NATO-Militärausschussvorsitzende Harald Kujat lobt Moskaus Syrienpolitik.

Der Westpreuße Harald Kujat war von 2000 bis 2002 Generalinspekteur der Bundeswehr und danach drei Jahre lang Vorsitzender des NATO-Militärausschusses, der obersten militärische Instanz des Bündnisses. Vorher machte der General Karriere bei der Bundeswehr, im Bundesverteidigungsministerium und im Bundeskanzleramt, wo er Referent für Sicherheitspolitik und Strategie war. Nun hat er der Passauer Neuen Presse eine Einschätzung des Syrienkrieges offenbart, die von der vieler Politiker und Mainstreammedien in westlichen Ländern abweicht.

Kujats Meinung nach stand die Terrorgruppe Islamischer Staat (IS) vor dem militärischen Eingreifen Moskaus im September kurz vor einer Machtübernahme in Syrien und hätte sich anschließend auf den Libanon und auf Israel gestürzt. Das hätte mach Meinung des Generals „weitreichende Folgen auch für uns gehabt“.

Die knapp 2.000 russischen Bombardements in der Provinz Aleppo dienten Kujat zufolge „dazu, den Vormarsch der syrischen Truppen in Richtung IS-Gebiet zu unterstützen“, weil die teilweise von der al-Nusra-Front und ihren Verbündeten kontrollierte Provinzhauptstadt wie ein „Sperrriegel“ gewirkt habe. Westliche Politiker wie der US-Sonderbeauftragte Brett McGurk hatten vorher gemeint, die russischen Luftangriffe in Aleppo würden dem IS nutzen.

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