Eishockey-Krimi in St. Petersburg – Ein Spiel dauert… 111 Minuten!

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Drei Mal 20 Minuten – so lautet die Regel für ein normales Eishockey-Spiel. Steht es nach dem letzten Drittel Unentschieden, gibt es zwei Mal fünf Minuten Overtime und danach Penalty-Schießen. In den Play-Offs der Kontinentalen Hockey-Liga (KHL) gilt aber: Bei Remis wird solange weitergemacht, bis das erste Tor fällt. Beim Halbfinalspiel der Westkonferenz zwischen SKA St. Petersburg und ZSKA Moskau am Samstag war der Puck erst in der 112. Minute im Netz – das bessere Ende hatten dabei die Gäste.

Im Petersburger Eispalast lief schon die dritte zwanzigminütige Verlängerung, als endlich die Erlösung kam. Die Gastgeber hatten bis dahin gekämpft wie die Löwen, und das aus gutem Grund: In der Serie (im Play-Off der KHL wird gespielt bis zum vierten Sieg, es gibt also bis zu sieben Matches) lagen sie 0:2 hinten und brauchten dringend einen Sieg, um den Anschluss zu bekommen.

Spielen, bis die Würstchen ausgehen

Über weite Strecken des „Armeederbys“ – beide Clubs gehören dem Vereinssystem für Armeesport an – hatte SKA tatsächlich die Nase vorn und hätte eigentlich schon im ersten Drittel in Führung gehen müssen. Beide Teams lieferten sich einen offenen Schlagabtausch, die 12.000 Zuschauer im ausverkauften Saal sahen ein packendes Spiel. Nur der Puck – der wollte und wollte nicht ins Tor, weder in das eine noch in das andere.

In der fünften Pause waren in den Buffets der Arena die Würstchen alle, und auch das Eis ging zur Neige. Inzwischen hatte die Fußball-Nationalmannschaft, die ihr Spiel in Moskau gegen Litauen zwei Stunden nach dem ersten Anstoß im Eispalast begonnen hatte, ihren 3:0-Sieg schon in der Tasche – und auf dem Eis ging es munter weiter.

Jetzt roch es bereits nach einem neuen Rekord, denn das längste Play-Off-Spiel in der KHL-Geschichte dauerte 126 Minuten und elf Sekunden. Gestern fiel der entscheidende Treffer nach „nur“ 111 Minuten und zwölf Sekunden. Für SKA sieht es jetzt finster aus, denn das vierte Spiel in der Serie (Montagabend in Petersburg) könnte das letzte sein.

[sb/russland.RU]