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27-06-2011 Essay-Kultur


[Literaturessay von Hanns-Martin Wietek] Pavel Melnikov war ganz gewiss kein Systemkritiker geschweige denn ein Revolutionär. Ganz im Gegenteil, er war ein – so würde man heute sagen – regierungstreuer, rechtsliberaler Beamter und er starb – darin sind sich alle Quellen einig – „nach einem ruhigen Lebensabend“ im Bett (und zwar am 1. julgreg Februar 1883 in Nižni Novgorod). Seine einzige „Unbotmäßigkeit“ bestand wohl darin, dass er während seines Studiums an einer Studentenfeier teilnahm. Er wurde deswegen nach seiner Promotion für unwürdig gehalten, einen Lehrstuhl für slawische Mundarten zu besetzen.


06-06-2011 Essay-Kultur
Literaturessay von Hanns-Martin Wietek
Geboren am 26. Augustjul. / 7. Septembergreg. 1870 in Narovčat (Gouvernement Pensa, 500 km südöstlich von Moskau) und gestorben in Leningrad – wie St. Petersburg zu diesem Zeitpunkt schon hieß – am 25. August 1938, war er ein Zeitzeuge des gesamten, großen Umbruchs in Russland, sowohl des gesellschaftlichen wie auch des literarischen. Er war noch bis in die letzte Hälfte des vorigen Jahrhunderts in Russland (auch in der DDR) ein gern gelesener der letzten großen russischen Realisten, und viele seiner Erzählungen und Romane sind und werden noch heute in Russland verfilmt.
Mit Lev Tolstoj (*1828 †1910), Anton Čechov (*1860 †1904), Vladimir Korolenko (*1853 †1921), Fëdor Sologub (*1863 †1927), Pëtr Boborykin (*1836 †1921), Dmitri Mamin-Sibirjak (*1852, †1912), Ivan Bunin (*1870 †1953) und Maksim Gorkij (*1868 †1936) war er bekannt oder befreundet. In ihrem Kreis war er ein geschätzter Kollege. Mit Čechov, Bunin (seine erste Frau lernte er durch ihn kennen) und Mamin-Sibirjak (seine zweite Frau war eine Verwandte von ihm) war er näher bekannt und mit Gorkij war er zeitweilig sogar befreundet.


25-03-2011 Essay-Kultur


Teil IV Am Ziel seiner Träume
Literaturessay von Hanns-Martin Wietek


Als Fëdor Michajlovič Dostoevskij am 1. Februar 1881 auf dem Friedhof des Alexander-Newskij-Klosters in St. Petersburg beigesetzt wurde, war der Trauerzug, der ihn begleitete, über zwei Kilometer lang – ca. 60 000 Trauergäste gaben ihm das letzte Geleit.


24-03-2011 Essay-Kultur


Teil III Stürmische Jahre
Literaturessay von Hanns-Martin Wietek


Endlich war es soweit: 1859 konnte Fëdor Michajlovič Dostoevskij nach St. Petersburg zurückkehren. Es war jedoch nicht mehr das St. Petersburg, das er verlassen hatte; in den zehn Jahren seiner Abwesenheit hatte sich Entscheidendes verändert.


23-03-2011 Essay-Kultur


Teil II Vom Saulus zum Paulus
Literaturessay von Hanns-Martin Wietek


Am 24. Dezember 1849 trat Fëdor Michajlovič Dostoevskij mit Ketten an den Beinen auf einem offenen Pferdeschlitten seine „Reise“ in die vierjährige Verbannung nach Sibirien an, in ein Zuchthaus und Straflager bei Omsk (Südwestsibirien). Sehr bedeutsam für sein Leben sollte auf dieser „Reise“ ein Treffen mit Natalja Fonvisina werden, eine der Dekabristenfrauen, die ihren Männern 1825 in die sibirische Verbannung gefolgt waren.


22-03-2011 Essay-Kultur


Teil I – Kindheit und Jugend
Literaturessay von Hanns-Martin Wietek


Kindheit und Jugend sind bekanntlich die prägendsten Zeiten im Leben eines Menschen. Diese und die ersten Jahre seiner Schriftstellerzeit werden im ersten Teil des Essays anhand wichtiger Ereignisse geschildert.


04-02-2011 Essay-Kultur


Literaturessay von Hanns-Martin Wietek

Leskov war wohl der russischste unter allen russischen Dichtern, sogar russischer als Dostoevskij; westeuropäische Einflüsse und Interessen (wie bei Dostoevskij für Balzac, Schiller, Hoffmann) waren ihm völlig fremd. Er wurzelt ganz in der russischen Scholle, und der Ausländer lernt das eigentliche Antlitz Russlands (des alten) aus seinen Erzählungen viel besser kennen als aus den Werken Gogols, Dostoevskijs oder Tolstojs.


29-11-2010 Essay-Kultur


Teil III. Denker und Philosoph

Literaturessay von Hanns-Martin Wietek


So einhellig Lev Tolstoj weltweit als einer der größten Schriftsteller (wenn nicht gar: der größte) gefeiert wurde, so umstritten ist er als Denker und Philosoph – zu seinen Lebzeiten und heute.


14-11-2010 Essay-Kultur


Teil II. Das Schriftstellergenie
Literaturessay von Hanns-Martin Wietek


Das ist eine erstklassige Sache! Welch ein Künstler und welch ein Psycholog! Ich brach in Rufe der Begeisterung aus während der Lektüre… Ja, das ist stark, sehr stark… Der Meister aller Meister, ein allwissender Shakespeare …
(1)


07-11-2010 Essay-Kultur


Teil I. Der Mensch Lev Tolstoj

Literaturessay von Hanns-Martin Wietek

Lev Nikolaevič Tolstoj – im Deutschen auch Leo Tolstoi genannt – war unbestritten einer der größten Schriftsteller der Welt und aller Zeiten und ist mit Goethe und Shakespeare in einem Atemzug zu nennen. Unbestritten wird er von allen, selbst seinen Gegnern, ein Genie genannt. Getreu dem Selbstverständnis aller russischer Schriftsteller war auch er ein moralisches Gewissen, ja man kann sagen eine moralische Instanz, sogar weit über sein Land und über seine Zeit hinaus.

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