Feindliche Übernahme oder: Wie können russische Firmen ihrer Konkurrenz die Hölle heiss machen?

Foto: Eugen von Arb/SPZ (c)Foto: Eugen von Arb/SPZ (c)
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In einem Artikel analysierte die Petersburger Zeitung „Delovoi Petersburg“ (DP) kürzlich ein heisses Thema – die feindliche Übernahme eines Unternehmens mit Hilfe fiktiver Kontrollen durch Behörden und Gerichtsverfahren – auf Russisch „Reidersky Sachwat“ genannt. Dieses dunkle Kapitel der russischen Geschäftswelt gehört eigentlichen in die wilden Neunzigerjahre, ist aber mit der Krise und dem wachsenden Konfliktpotential wieder hochaktuell geworden. Heiss daran ist, dass es automatisch die Korrumpiertheit der Behörden voraussetzt – sie alle haben laut „DP“ ihren Preis.

Wer russische Zeitungen liest, stösst gelegentlich auf Meldungen, die von gross angelegten Kontrollen diverser Firmen oder Institutionen durch Finanzpolizei, Feuerwehr, Antiterrorbehörde usw berichten. Wer an die Richtigkeit all dieser Kontrollen glaubt, ist laut „DP“ naiv, denn sie sieht dahinter ein verbreitetes Mittel im Krieg unter Geschäftsrivalen.

Die Zeitung befragte dazu den russischen Geschäftsmann Dmitri Potapenko. Er wurde 2015 auf einen Schlag berühmt als er während eines Wirtschaftsforums in Moskau den Behördenvertretern die Leviten las, weil sie seiner Meinung nach das Business mehr behindern als fördern. Nach seinen Worten gibt es 36 Kontrollorgane, die eine Firma mit mindestens 600 verschiedenen Kontrollen „attackieren“ können.

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