Gefährliches Spiel der Türkei

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[Von Florian Rötzer] – Russland wirft der Türkei „offene Unterstützung des Terrorismus“ und eine Verletzung des Münchner Syrien-Abkommens vor.

Seitdem die Türkei einen russischen Kampfjet abgeschossen hat, sind Russland und die Türkei zu Feinden geworden, die sich gegenseitig belauern und provozieren. Beide Länder werden geführt von ziemlich autokratisch regierenden Präsidenten, was dem Konflikt womöglich auch eine desto gefährlichere Note geben könnte. Während die Türkei Russland vorwirft, gegen alle Rebellen vorzugehen, aber den IS zu schonen, dreht Moskau den Spieß um und sagt, dass die Türkei den IS unterstützt und lediglich die PKK bekämpft hat.

Nachdem Russland mit massiver Luftunterstützung dem erfolgreichen Vormarsch der syrischen Armee mit ihren Verbündeten gegen die „Rebellen“, wie sie vom Westen unisono und gerne noch mit der Kennzeichnung „gemäßigt“ genannt werden, auch wenn es sich um al-Qaida-Gruppen und mit diesen kooperierenden Milizen handelt, in der Provinz Aleppo vorgeht, ist für die Türkei eine rote Linie überschritten worden. Nicht nur hatte die Türkei schon vor Jahren eine Schutzzone in eben diesem Bereich gefordert und vor einem Flüchtlingsstrom aus der Großstadt Aleppo gewarnt. Unter dem Schirm der russischen Kampfflugzeuge rücken nun auch die mit Russland und den USA verbündeten Kurden gegen die sunnitischen „Rebellen“ und den Islamischen Staat vor, um die Grenze zur Türkei zu schließen, deren Versorgung darüber abzukappen und ein durchgehendes Kurdengebiet zu schaffen, das Rojava und Afrin verbindet.

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