Homophobie: Gesellschaftskritisches Stück des Raikin-Theaters behindert

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Die Aufführungen des Theaterstücks „Sämtliche Blau-Nuancen“ von Konstantin Raikin, die das Theater „Baltijski Dom“ am 13. und 14. Februar zeigte, wurden durch Bombendrohungen und religiöse Fanatiker gestört. Das Publikum liess sich dadurch nicht stören und nahm sämtliche Unannehmlichkeiten geduldig auf sich.

An beiden Abenden wurde die Aufführungen durch falschen Bombenalarm unterbrochen, und erst nachdem der gesamte Theatersaal mit Polizeihunden durchsucht worden war, konnten die jeweils 800 Zuschauer wieder in den Saal. Ausserdem standen vor dem Theater Mitglieder der homophoben „Volkskirche“ Pikett und versuchten die Theatergäste davon abzubringen, sich das Stück anzuschauen.

Die Aussage des Stücks „Sämtliche Blau-Nuancen“ („Vse ottenki golubovo“) ist ebenso deutlich wie mutig. Es stellt den gesellschaftlichen Spiessrutenlauf dar, den ein russischer Jugendlicher durchläuft, nachdem er sich als Homosexueller geoutet hat. Zuerst versuchen seine Eltern ihn „umzustimmen“. Sein Vater, ein Berufssoldat bekennt, dass er weder Tod noch Feind fürchte, aber dennoch Angst vor seinem homosexuellen Sohn habe.

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