Hunderttausende Russlanddeutscher wollen offenbar zurück

Russlanddeutsche_Bundesarchiv, Bild 137-037542  CC-BY-SA 3.0Russlanddeutsche_Bundesarchiv, Bild 137-037542 CC-BY-SA 3.0
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Bis zu einer halben Million deutschstämmiger Spätaussiedler aus der ehemaligen Sowjetunion, so genannte Russlanddeutsche, die vor allem in den 1990er Jahren in die Bundesrepublik gekommen waren, sind offenbar bereit, nach Russland zurückzukehren. Das erklärte Dmitrij Rempel, der Vorsitzende der Partei der Übersiedler nach Deutschland „Einheit“ in einem Interview.

«Nach unseren Einschätzungen zeigen bis zu 500.000 Menschen Interesse und sind auch bereit, in die Russischen Föderation auszuwandern. Diese Zahl ist allerdings nur eine Hochrechnung, da es keine genauen statistischen Daten gibt“, sagte Rempel in einer Rundfunksendung auf der Krim. «Ein Teil dieser Menschen verlässt Deutschland recht chaotisch, sucht sich selbständig einen Wohnort und wird mit bestimmten Problemen beim Erhalten der Aufenthaltsgenehmigung und bei der Krankenversicherung konfrontiert. Wenn es ein komplexes Zielprogramm für die Integration  dieser Heimkehrer gäbe, käme die Zahl der Ausreisewilligen an jene Zahlen heran, die wir genannt haben“, gab sich Rempel überzeugt.

«Die äußerst schwierige Situation um die Flüchtlinge, aber auch wirtschaftliche Schwierigkeiten und misslungene Einbindung in die Gesellschaft veranlassen die Menschen, sich irgendwelche neuen Länder zu suchen, wohin sie auswandern könnten. Und da sie die Sprache, die Kultur und die Traditionen kennen, ist Russland das attraktivste Land für eine Übersiedlung“, machte der Politiker deutlich.
(hh/russland.ru)

Über den Autor

Hartmut Hübner
Gelernter und sogar diplomierter Journalist. Nachdem ich im Ergebnis einer Fahrt auf einem Riesenrad von meinem ursprünglichen Wunsch, Pilot zu werden, endgültig Abschied genommen hatte, beschloss ich als, „rasender Reporter“ aus der ganzen Welt zu berichten. Als „Mittagspausen-Notenkoch“ im Schulfunk und Volontär bei der Berliner Zeitung „Junge Welt“ begann meine journalistische Karriere, die sich nach dem Studium als Verantwortlicher für eine Zeitung im sächsischen Gesundheitswesen, Pressesprecher an der Leipziger Sporthochschule DHfK und Redakteur an der Leipziger Volkszeitung fortsetzte, bis ich mir einen Kindheitstraum erfüllte und ein freies Korrespondentenbüro in Moskau übernahm. Das war 1995 – und seither lässt mich Russland nicht mehr los.