Jakutenpferde durchliefen Instant-Evolution

Foto: Wikimedia commons/Maarten Takens CC BY-SA 2.0Foto: Wikimedia commons/Maarten Takens CC BY-SA 2.0
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[Von Peter Mühlbauer] – Zuchttiere entwickelten sich im kalten Klima innerhalb kurzer Zeit zu Quasi-Wildpferden.

Die Jakuten sind ein Turkvolk, das etwa eine halbe Millionen Menschen zählt und im Norden Sibiriens lebt. Dem aktuellen Stand der Forschung nach stammen sie aber nicht von dort, sondern zogen – anders als andere Turkvölker – nicht nach Süden und Westen, sondern nach Norden, wo sie die vorher dort lebenden Tungusen verdrängten. Als möglicher Grund für die Nordwanderung im Spätmittelalter kommt eine Ausbreitung der Mongolen in ihrer ursprünglichen Heimat westlich des Baikalsees in Betracht.

In der neuen Heimat der Jakuten, die zur Hälfte oberhalb des nördlichen Polarkreises liegt, war es deutlich kälter als in ihrer alten – im Winter bis unter minus 70 Grad Celsius. Das führte dazu, dass sich die Pferde, die dem Volk nicht nur als Reit- und Zugtiere dienen, sondern auch gemolken und gegessen werden, zu Quasi-Wildpferden zurückentwickelten (oder zurückgezüchtet wurden), wie eine in PNAS veröffentlichte gemeinsame Studie von Wissenschaftlern aus acht Ländern zeigt.

Vorher hatten viele Biologen vermutet, dass die Jakutenpferde aus einer Wildpferdrasse hervorgegangen sein könnten, weil die stämmigen kurzbeinigen Tiere mit langen Winterfellen und Fettpolstern den Przewalski-Wildpferden und den Pferden auf Höhlenmalereien sehr ähnlich sehen, im Freien überwintern und sich ihr Futter selbst suchen. Nun weiß man, dass sie von Zuchtpferden abstammen.

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