Mit Niederlagen in das Fußballjahr: Zenit geht die Luft aus, Loko gegen „Fener“ chancenlos

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Zwei Spiele, zwei Niederlagen – Zenit St. Petersburg und Lokomotive Moskau verloren ihre ersten europäischen Begegnungen im Jahr 2016. Während die Petersburger in Lissabon gegen Benfica beim 0:1 eine ganz gute Figur abgaben, waren die Moskauer im Hexenkessel von Fenerbahçe in Istanbul so gut wie chancenlos. Sie können sich bei ihrem Torhüter bedanken, dass es zum Schluss nur 0:2 stand.

„Den Russen war die fehlende Spielpraxis deutlich anzumerken“, heißt es lakonisch auf der offiziellen UEFA-Seite in einem Kommentar zum Europa-Liga-Spiel in Istanbul. Und „Sport-Express“ schreibt: „Fußball spielte allein Fenerbahçe; Loko versuchte verzweifelt, sich zu wehren, aber auch das gelang nicht.“ Folgerichtig kassierten die „Eisenbahner“ in jeder Halbzeit einen Treffer, beide erzielt von Souza.

Bus mit Steinen beworfen

In mehreren Fällen vollführte Lokos Keeper Guilherme wahre Wunder vor seinem Kasten. So bleibt zumindest theoretisch eine Chance, in einer Woche in Moskau beim Rückspiel noch etwas zu drehen. Vom Fußballerischen her sind die Türken den Russen im Moment aber offensichtlich haushoch überlegen.

Im Vorfeld der Begegnung war viel von drohender Gewalt gegen die Gäste gesprochen worden. Zum Glück kam es kaum zu Zwischenfällen, abgesehen von dem Moment, als der Bus mit den Fans hinter dem Mannschaftsbus zum Stadion fuhr und von türkischen Ultras mit Steinen beworfen wurde. Außer ein paar beschädigten Fensterscheiben hatte der Überfall keine Folgen. Die Hooligans machten dagegen ganz schnell Bekanntschaft mit der allgegenwärtigen Polizei.

Zenit beweist Champions League-Tauglichkeit

Nach dem mauen Kick der Moskauer konnte es eine Stunde später in Lissabon, wo Zenit im Sechzehntelfinale der Champions League gegen Benfica auflief, nur besser werden. Und tatsächlich entwickelte sich eine muntere Partie zweier Mannschaften auf Augenhöhe und mit solidem Niveau. Schade nur, dass den Petersburgern zum Schluss die Luft ausging – bereits in der Nachspielzeit verlor Zenit den Faden, die Konzentration und schlicht die Kraft.

Zu allem Übel kassierte Domenico Criscito kurz vor Schluss eine gelbrote Karte, und bereits in der Nachspielzeit brachte Jonas nach einem Freistoß den Ball per Kopf im Tor unter. Trotz der knappen Niederlage sind Zenits Chancen gut, im Rückspiel am 9. März in St. Petersburg Revanche zu nehmen. Bis dahin stehen auch zwei Pflichtspiele (Pokal und Liga) an, sodass es mit der Kondition auch wieder stimmen sollte.

[sb/russland.RU]