„Moskauer Wirtschaftsforum“ nimmt russische Regierung in die Mangel

Foto: Wikipedia/Remy Steinegger, swiss-image.ch CC BY-SA 2.0Foto: Wikipedia/Remy Steinegger, swiss-image.ch CC BY-SA 2.0
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[Von Ulrich Heyden] – Statt Banken zu retten, müssten Zinsen gesenkt und die heimischen Produzenten unterstützt werden, forderten die Teilnehmer des „Moscow Economic Forum“.

Wie groß die Nachfrage nach alternativen Antworten auf die derzeitige Wirtschaftskrise ist, zeigte die Zahl der Teilnehmer am Moskauer Wirtschafts-Forum, welches Mitte letzter Woche in der Moskauer Lomonossow-Universität stattfand. 2.000 Besucher wurden gezählt. Auf einigen Plenar-Veranstaltungen gab es keine Sitzplätze mehr. In den pompösen Hallen eines neuen Flügels der berühmten Universität drängten sich Wissenschaftler, Unternehmer, Politiker und Studenten.

Von Referenten und Diskutanten wurde teilweise recht scharfe Kritik an der herrschenden Klasse geübt. Diese lebe „vom Volk getrennt“, die Entscheidungen dieser Oberschicht zu beeinflussen oder aus den unteren Klassen in diese Oberschicht aufzusteigen sei „faktisch unmöglich“. Es sei eine „feudale Herrschaft“ entstanden.

Derartige Worte hörte man zuletzt auf den Anti-Putin-Demonstrationen im Winter 2011/12. Doch am Donnerstag vergangener Woche waren sie auf dem „Moskauer Wirtschaftsforum“ (Moscow Economic Forum, MEF) in der Arbeitsgruppe „Dritte politische Kraft“ zu hören. Niemand widersprach.

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