NATO vs. Russland – Kriegsszenarien auf dem Schachbrett

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Was wäre wenn? Was würde passieren, wenn sich der kalte Konflikt, der derzeit den Ton bestimmt, nennen wir ihn „Kalter Krieg 2.0“, in eine heiße Phase wandeln würde? Es wird wieder gegenseitig hochgerüstet, man begegnet sich wie zwei Gorillas, die sich martialisch Drohgebärden auf die Brust trommeln. Nur, wer bezahlt am Ende welchen Preis – und für was?

Die „RAND Corporation“, eine der vielen Denkagenturen der Vereinigten Staaten von Amerika, die unter anderem auch die Streitkräfte der USA berät, kommt zu einem fatalen Ergebnis. „Nach drei Tagen wäre alles vorbei“, so die erschütternde Prognose. Bei allem Hochgerüste sieht die Organisation eklatante Schwachstellen in der Verteidigung der NATO. Der Schlüssel, so heißt es, läge in den baltischen Staaten.

Das sogenannte Baltikum und Polen sehen sich seit jeher notorisch von Russland bedroht. Das mag zum einen historisch begründet sein, zum anderen jedoch auch einer Strategie der NATO dienen, dem ewigen Feindbild Russland entgegenzutrotzen. Denn, auch wenn die vorgenannten Staaten expliziten Schutz anfordern, lässt sich nicht leugnen, dass sich hierbei ein hervorragender Anlass bietet, die Osterweiterung des westlichen Militärbündnisses in aller Konsequenz vorwärts zu treiben.

US-Berater geben drei Tage bis zum Finale Furioso

Mittlerweile hat die NATO in der besagten Region 12 Bataillone stationiert, jedoch nur ein Panzerbataillon. Dieser Umstand veranlasst den US.Thinktank zu folgender düsteren Prognose: Die Scharmützel bis zum Worst-Case würden gerade einmal drei Tage andauern, bis es dann endgültig knallt. Da würden auch die ständigen Militärmanöver an Russlands Grenzen nicht ändern, die der gegenseitigen Abschreckung dienen sollen. Zudem wird die Militärpräsenz der NATO dort kontinuierlich verstärkt.

Jedoch, das hilft alles nichts, wie die „RAND-Corporation“ feststellen musste. Zwar könnten NATO-Luftschläge für ein bisschen Störfeuer sorgen, das würde die 27 schwerbewaffneten russischen Bataillone allerdings kaum sonderlich tangieren, so die Experten. Innerhalb von 36 bis 60 Stunden stünde der „Iwan“ vor Riga und Tallinn. Auch die NATO würde seine Truppen an diesen beiden Punkten zusammenziehen, könne den russischen Truppen aber so gut wie nichts entgegensetzen.

Und nachdem jede Schachpartie bis zum Ende durchgespielt wird und in den meisten Fällen mit einem „Schachmatt“ endet, bliebe dem Bericht zufolge dem westlichen Bündnis nur noch die finale Konfliktbewältigung. Diese endgültige Lösung hat die gesamte Welt schon einmal in Furcht und Schrecken versetzt. Denn das Kind hat einen Namen und der lautet: Atomarer Erstschlag.

[mb/russland.RU]

Über den Autor

Michael Barth
1961 in Nürnberg geboren und von da aus ab 1979 die große weite Welt erkundet. Die Wege führten anfangs nach Klein- und Mittelasien und waren stets das Ziel. Immer mit im Gepäck, der sehnsüchtige Blick auf die schier unerreichbare UdSSR. Dann fiel der eiserne Vorhang, die Pfade führten nach Nordosten. Durch einen glücklichen Umstand tat sich letztendlich Russland auf. Der berufliche Werdegang verlief zunächst sehr unjournalistisch. Ständig auf der Suche nach neuen Aufgaben und Herausforderungen war nach der Ausbildung zum Kirchenmaler vom Krematoriumsarbeiter bis zum R’n’R Caterer so ziemlich alles dabei, was Abenteuer und Ungewöhnlichkeit versprach. In Russland kam 2008 der Journalismus hinzu. Weltenbummeln und schreiben – perfekt. Zuerst bei einer kleinen Gazette und ab 2012 ernsthaft im Feuilleton bei russland.RU. Seit 2014 dort Chefredakteur.