Alle Welt kennt ihn als ehemaligen Weltmeister im Schach. Seine Karriere als Politiker begann erst vor gut zwei Jahren. Am Wochenende wählte das US-Magazin „Time“ den Putin-Kritiker in die Liste der 100 weltweit einflussreichsten Persönlichkeiten. russland.RU zeichnet Stationen seines Lebens nach, um den Vorwurf zu beleuchten, das „Biest von Baku“ setze seine aggressive Schach-Spielwiese in der Politik fort.
Garri Kimowitsch Kasparow, eigentlich Garri Weinstein (Vorname analog zum englischen "Harry" und Nachname analog zum deutschen "Weinstein") kam am 13. April 1963 in Baku zur Welt.
1968 (5 Jahre alt) lernt Garri, dessen Muttersprache Russisch ist, von seinem Vater die Schachregeln.
1970 (7) verstirbt Vater Kim Moissejewitsch Weinstein, ein gebildeter deutschstämmiger Jude und Bruder des aserbeidschanischen Komponisten Leonid Weinstein, an Leukämie. Garri erhält im Palast der Jungpioniere in Baku regelmäßig Schachunterricht.
1973 (10) kommt Garri in die Schachschule des dreimaligen Weltmeisters Michail Botwinnik, wo er besonders von Wladimir Makogonow trainiert wird.
1975 (12) ändert seine Mutter Klara Schagenowna Kasparjan den Namen ihres Sohnes von Weinstein in Kasparow (die russifizierte Variante von Kasparjan), um nicht am Namen als Jude erkennbar zu sein. Klara, stammt aus Bergkarabach, einer armenisch besiedelten Enklave in Aserbaidschan.
Über Kasparow
Der am pädagogischen Institut für Fremdsprachen in Baku studierte Anglist gilt nicht nur als Schachgenie sondern auch als begnadeter Mathematiker und Computerexperte.
Der verheiratete Vater soll 15 Sprachen beherrschen und auf vielfältige Weise Sport treiben.
Kasparow lebt in Russland im noblen Moskauer Arbat-Viertel, sein zweiter Wohnsitz ist in Manhattan, New York. Gelegentlich besucht er Armenien.
1976 (13) gewinnt Garri die sowjetischen Jugendmeisterschaften in Tblisi.
1978 (15) gelingt Kasparow in Minsk der Durchbruch. Er gewinnt das Sokolski-Turnier als ungesetzter Gast. Für Kasparow ein Wendepunkt im Leben: "I will remember the Sokolsky Memorial as long as I live."
1979 (16) Teilnahme am Großmeister-Turnier in Banja Luka, Jugoslawien.
1980 (17) gewinnt er die Jugendweltmeisterschaften in Dortmund und die Goldmedaille bei der Schacholympiade in Valletta. Kasparow wird der Titel eines Großmeisters (GM) verliehen.
1981 (18) erstmaliger Sieg bei den UdSSR-Meisterschaften.
1982 (19) holt Kasparow die Goldmedaille bei der Schacholympiade in Luzern. Die internationale Schachpresse verleiht Kasparow den Schach-Oscar.
1984 (21) tritt er in der Kommunistischen Partei der Sowjetunion (KPdSU) ein.
1984 unterliegt er dem von ihm herausgeforderten Schachweltmeister Anatoli Karpow .
1985 (22) gelingt Kasparow in einer zweiten Begegnung der Sieg über Karpow. Kasporow ist danach „Jüngster Weltmeister in der Geschichte des Schachs“.
1987 wählt ihn die KPdSU ins Zentralkomitee der Jugendorganisation Komsomol (Leninscher Kommunistischer Jugendverband der Sowjetunion)
Über Komsomol
Komsomol war die Jugendorganisation der KPdSU. Das Wort Komsomol ist ein Akronym aus „Wsessojusny Leninski Kommunistitscheski Sojus Molodjoschi“. Die sowjetische Massenorganisation wurde am 29. Oktober 1918 gegründet und hatte damals 22.000 Mitglieder.
In den 1970er und 1980er Jahren waren etwa 40 Millionen Menschen im Alter von 14 bis 28 Jahren Komsomolzen, wobei die Funktionäre der Gruppe, sogenannte Aktivisten, meist deutlich älter waren. Nach dem gescheiterten Augustputsch konservativer kommunistischer Militärs gegen Michail Gorbatschow vom 19. August 1991 wurde der Komsomol verboten.(Quelle: Wikipedia)
1987 (24) erscheint sein Buch „Politische Partie“.
1989 (26) erscheinen seine Bücher „Ich setze auf Sieg“ und „Schach als Kampf“.
Anfang 1990 (26) zieht die Familie Kasparow aus Sicherheitsgründen von Baku nach Moskau. Seine ca. 50 Familienangehörigen flüchten vor blutigen Auseinandersetzungen zwischen moslemischen Aserbaidschanern und christlichen Armeniern.
Kasparow verlässt die KPdSU und beteiligt sich an der Gründung der Demokratischen Partei von Russland, deren stellvertretender Vorsitzender er wurde.
Ebenfalls 1990 erscheint sein Buch „Ich gewinne immer“.
1991 (28) verlässt Kasparow nach Streit ums Programm die Demokratische Partei.
Die US-NGO „Center for Security Policy“ verleiht Kasparow den Titel „Keeper of the Flame award“ für „anti-Communist resistance“ und „the propagation of democracy“.
Über Center for Security Policy
Seit 1990 verleiht das Center for Security Policy den „The Keeper of the Flame Award“ an meist Einzelpersonen, „whose visionary leadership in the service of the cause of freedom is noteworthy in its own right.“
1991 Garry Kasparov 1990 Caspar Weinberger 1995 Ronald Reagan 1996 Newt Gingrich 1998 Donald H. Rumsfeld 2001 James R. Schlesinger 2002 Gen. Richard B. Myers, USAF und die Frauen und Männer der U.S. Armed Forces 2003 Paul Wolfowitz und die ‚Befreier des Irak’ 2004 General Peter Pace und die ‚Verteidiger der Freiheit’ 2005 Senator James Inhofe und die ‚Helden der Heimatfront’ 2006 Duncan Hunter und ‘Die, die dienen’
Im Bericht „Peace through strength“ über die Aktivitäten des Center for Security Policy in den Jahren 2005-2006 ist der „former World Chess Champion“ Kasparow noch immer als Mitglied im „National Security Advisory Council“ aufgeführt.
Im Juni 1993 (30) ist Kasparow in die Parteien-Gründung der Partei "Choice of Russia" involviert.
1995 (32) meldet Kasparow ein Europa weit gültiges Patent an: Method of playing a Lottery game and suitable System (EP0871132A1).
1996 (33) beteiligt er sich an der Wahlkampagne von Boris Jelzin.
Kasparow gewinnt gegen den als unbesiegbar geltenden Schach-Computer "Deep Blue".
1997 (34) unterliegt er gegen "Deep Blue" in einer zweiten Partie.
1998 erhält Kasparow ein zweites Patent: Method for playing a Lottery game and suitable System for realising the same. (EP1112765A4)
Am 8. April 1999 erscheint von Kasparow im Wall Street Journal ein Kommentar zum Kosovo-Krieg: "The world needs an international decision-making mechanism…The indictment of Slobodan Milosevic by a war-crimes court would be the best possible introduction of a new world order."
2001 (38) beginnt Kasparow eine Kooperation mit dem russischen Fernsehsender NTV zu kooperieren.
2002( 39) erscheint von Kasparow der Aufsatz „Mathematics of the past“. Kasparow interessiert sich für Geschichte. Nach eigenen Angaben fielen ihm Unstimmigkeiten in der wissenschaftlich akzeptierten Chronologie auf. Er wurde bald ein Anhänger und finanzieller Förderer der in Fachkreisen nicht anerkannten Chronologiekritik von Anatoli Timofejewitsch Fomenko aus Russland.
„ So, after reading many history books, I analysed and compared the information and, little by little, I began to feel that there was something wrong with the dates of antiquity…
Am 5. August schreibt Kasparow auf der Meinungsseite des Wall Street Jounal: „There will be no peace in Gaza, no freedom from fear in Jerusalem, until we have prosecuted the war on terror in Baghdad, Tehran, Damascus and elsewhere. U.S. leadership saved Europe from fascism and communism. It is again the last hope.“
(Quelle: THE NEXT BATTLE, The War Is Not Yet Won - Take the offensive against Baghdad and Damascus, Tehran and Riyadh)
Am 14 März 2004 schreibt Kasparow im Wall Street Journal - über die Ziele des gerade gegründeten „Free Choice 2008 Committee“: „Our goals are to preserve the fundamental pillars of democracy and to secure the legal election of the president of Russia in 2008. It will require a tremendous amount of work to stop and roll back the Putin regime's anti-democratic activities. It will also require the help of the Western powers that seem content to turn a blind eye as Russia moves toward becoming a "managed democracy"“.
„Hopefully, legislation like that introduced by Congressmen Tom Lantos and Chris Cox and Sens. John McCain and Joseph Lieberman will make progress. In a rare show of bipartisan action, they urge the suspension of Russia's membership in the "Group of 8" until the country adheres to international standards of democracy.“
„Russia is more corrupt than ever and getting worse every day. The elections are only for show. If the West's leaders call Mr. Putin to congratulate him on his victory, then they are complicit in his crimes.” ( Quelle: Putinocracy - Russia votes today, but its democracy is in peril)
Am 19. Mai 2004 schreibt Kasparow an gleicher Stelle - er ist inzwischen „contributing editor“ beim Wall Strett Journal: „ It is said that to win a battle you must be the one to choose the battleground… We need to identify our enemy, not play with words.“
„ … but I have no doubt that we will be facing more attacks in Europe based on the terrorists' reading of the weakness of European leaders … Concessions and negotiations at best only delay catastrophe… Europe and its people are in this war whether they acknowledge does not exist, they will soon have blood on their hands - both real and metaphorical. “
(Quelle: THIS IS WAR, Stop the Moral Equivalence Suicide-bombing and hostage-taking vs. Democracy)
Am 19 Juli 2004 schreibt Kasparow über Robert James (Bobby) Fischer, dem Band 4 seiner Ausgabe über große Schachspieler widmet:
„I would prefer to focus on not letting his personal tragedy become a tragedy for chess... People may believe that this is what happens when a genius plays chess - instead of what happens when a fragile mind leaves his life's work behind.”
(Quelle :THE GAME OF LIFE, Fischer's Price, Chess may have been the only thing that kept the champion in touch with reality, Wall Street Journal)
Am 11. Januar 2005 spricht Garri Kasparow mit Finlo Rohrer für die „BBC News“:
"[It is vital] to make sure there is no G7 meeting in Moscow in 2006. It will be like the Berlin Olympics in 1936, it will be the equivalent of Munich 1938, integrating Putin's Russia.“
(Quelle: Kasparov aims for Putin checkmate)
Am 10. März 2005 kündigt Kasparow nach einem Schachturnier in Spanien seinen Rücktritt vom professionellen Schachsport. Seine Zeit will er der Politik und dem Schreiben widmen.
Über Anatoli Timofejewitsch Fomenko
Anatolij Timofejewitsch Fomenko ist ein russischer Mathematiker und Dozent an der Lomonossow-Universität in Moskau. Fomenkos Projekt Neue Chronologie verfolgt die These, dass die Datierungen christlicher Zeitrechnung im 16.Jh. weitestgehend unrichtig festgelegt wurden. Fomenko stützt seine Chronologiekritik auf astronomische Berechnungen und indirekte statistische Methoden. (Quelle: Wikipedia)
Er gründet die United Civil Front und wird Mitglied bei The Other Russia.
Im April 2005 kündigte Kasparow gemeinsam mit dem russischen Duma-Abgeordneten Wladimir Ryschkow die Gründung einer neuen Partei an.
Am 19. März 2005 veröffentlicht Kasparow im Wall Street Journal einen Text: The Great Game, How life imitates chess – ein Buchtitel, an dem arbeitet:
„It is natural for a chess player, by contrast, to look at the big picture. Zbigniew Brzezinski recently wrote on geopolitics as "The Grand Chessboard" and the analogy persists in many ways. There is no single solution to a chess game; you must consider every factor to produce a complete strategic solution.”
“My exact role in Russia is yet to be determined. I am excited by this new strategic battle, to be played out on a larger board. At the same time, I realize that this is no game, but a very real struggle for the future of my country. I am preparing for the fight of my life.“
Bei einer Veranstaltung am 15. April 2006 schlägt ein Mitglied einer Putin nahestehenden Jugendorganisation Kasparow mit einem Schachbrett.
Am 13. Juli 2006 publiziert Hans-Werner Klausen in der „Berliner Umschau“:
„Kasparow hat auch Verbindungen in die USA. Er gehört dem „Beirat für Fragen der Nationalen Sicherheit“ des militaristischen „Center for Security Policy“ an.“
„Die Zeitschrift „Rußlandanalysen“ bemängelt, daß Kasparow „an einer strukturellen und institutionellen Konsolidierung der demokratischen Opposition kaum gelegen“ sei, „da sie seine Rolle des Volkstribuns verringern könnte““.
(Quelle: Auf dem Weg zur Querfront gegen Putin?)
Am 2. Dezember 2006 schreibt Kasparow im Wall Street Journal über den Konflikt im Irak: “Paying too much attention to one area of the chessboard can quickly lead to the collapse of your entire position… However, if you attack Iraq, the potential to go after Iran and Syria must also be on the table.“
(Quelle: Chessboard Endgame , Obsessed with Iraq, we've lost sight of the rest of the world).
Am 10. Dezember 2006 sorgt die Ausladung Kasparows aus der Talkshow von Sabine Christiansen für erhebliche Aufregung in Deutschland. Kasparow wirft diesbezüglich der Christiansen-Redaktion vor, man habe ihn auf Druck der russischen Regierung ausgeladen und technische Probleme vorgeschoben.
Am 16. Dezember 2006 veranstaltet Kasparow in Moskau eine Demonstration gegen die Putin-Regierung, an der etwa 2000 Menschen teilnehmen. Wenige Tage zuvor werden im Zusammenhang hiermit die Räume des von Kasparow geleiteten Komitees durchsucht.
Am 21. Dezember 2006 schreibt Hans-Werner Klausen, Kasparow besitze sowohl die russische als auch die USA-Staatsangehörigkeit.
„Wenn es Washington nicht gelingen sollte, durch Ausüben von Druck Rußland zur Änderung seiner Politik zu bewegen, dürften Kasparow, Kasjanow und ihre westlichen Gönner weitere Versuche zur Destabilisierung Rußlands unternehmen.“ (Quelle: Washingtons Fünfte Kolonne in Russland, Schachgenie Garri Kasparow, seine Bundesgenossen und seine westlichen Gönner, Berliner Umschau)
Am 12. Januar 2007 spricht Kasparow in Washington auf Einladung des National Endowment for Democracy (NED) über "The Prospects for Russian Democracy“.
Am 12. Februar wiederholt Kasparow in New York auf Einladung des „New York Democracy Forum“ seinen Vortrag über „The Prospects for Russian Democracy“
Im Frühjahr 2007 erscheint Kasporows Buch „Strategie und die Kunst zu leben“( How Life Imitates Chess).,
Am 19. März 2007 spricht Kasparow bei „Beckmann“ in der ARD:
"Putin leitet nicht das Land – er leitet große Unternehmen. Sieben Jahre ist er an der Macht – und das Ergebnis ist die Zerstörung sämtlicher demokratischer Institutionen in Russland. Russland gehört nicht zum Club der demokratischen Nationen… Von außen sieht es so aus, als wäre das Land stabil – aber das ist eine Illusion."
Am 25. März 2007 ist Kasparow Gast bei Sabine Christiansen in der ARD: „Der Westen soll einfach objektiv sein. Russland ist keine Demokratie … Druck ist kontraproduktiv. Den nutzt das Regime für sich.“
Am 24. März 2007 sagt Kasparow der Zeitung „The Times“: “When I heard about polonium I had no doubts. I know the address where you can find the true killers, it’s the Kremlin. But there are many groups there. I don’t think it was Putin who ordered it. I don’t think so. But I believe that those who ordered it, they see Putin probably every day, it’s his inner circle.“
„Putin supports Iran and Syria because he needs tension because tension helps oil prices.”
(Quelle: Kasparov’s next move)
Über das US-Center for Security Policy
Das ehrenwerte Gremium ist dem US-Center for Security Policy angegliedert. Dieser erzkonservative »Think Tank« brüstet sich damit, daß viele seiner Mitglieder an die Bush-Regierung hauptamtlich oder als Berater »ausgeliehen« sind.
In der Tat liest sich die Mitgliedsliste wie das »Wer ist wer« der Washingtoner Neokonservativen und Zionisten. Auf ihr stehen u. a. der »Fürst der Finsternis« Richard Perle, James Woolsey jr., ehemaliger CIA-Chef und Propagandist für einen vierten Weltkieg, Elliott Abrams, Präsident Bushs Assistent für besondere Aufgaben, und Robert Joseph, der Nachfolger John Boltons im US-Außenministerium.
Nach der offiziellen Auflösung des heftig kritisierten »Projektes für ein neues amerikanisches Jahrhundert« haben sich die Neokonservativen offenbar im »Zentrum für Sicherheitspolitik« wieder zusammengefunden. (Quelle: Ferngelenkter des Tages, junge Welt)
Im Frühjahr 2007 wird öffentlich bekannt, dass Garri Kasparow Aufsichtsratmitglied und Berater des National Security Advisory Council ist, einer US-amerikanischen Nichtregierungsorganisation, die sich auf politische Strategien spezialisiert, die für die Sicherheit der USA wichtig sind.
Am 5. April 2007 titelt eine russische Zeitung „Der politische Tod Kasparows“
„… hat der russische Politiker und Schachspieler Garri Kasparow als Mitglied des Aufsichtsrates des einflussreichen Zentrums für Sicherheitpolitik seine Arbeit der Sicherheit der USA gewidmet… Zu diesem Komitee gehört nur der, wer sich auf den Altar der amerikanischen Sicherheit gelegt hat .”
(Quelle: http://vz.ru/politics/2007/4/5/76063.print.html)
Am 7. April 2007 bezeichnet die Tageszeitung „junge Welt“ Kasparow als „Ferngelenkter des Tages“: Garri Kasparow „ läuft an der langen Leine Washingtons“. Der »Führer der russischen Opposition« - so „Die Welt“ am 18. Dezember 2006 – „ist nämlich aktives Mitglied des neokonservativen »National Security Advisory Council (NSAC)« in Washington“. (Quelle: Ferngelenkter des Tages, junge Welt)
Am 14. April 2007 organisierte Kasparow eine Oppositionskundgebung in Moskau. Auf dem Weg zu dieser nicht genehmigten Kundgebung wurde er zusammem mit anderen von der Polizei festgenommen. Einige Stunden später kam er, nach Zahlung einer Geldstrafe von 1.000 Rubel (28 € ) wieder frei.
Am 18. April 2007 nimmt Kasparow in einem Interview Stellung zum Vorwurf seiner Mitgliedschaft im Center for Security Policy und dessen National Security Advisory Council.
„1991 wurde mir in einem offiziellen Brief mitgeteilt, dass ich mit dem Diplom "The Keeper of the Flame " von der Organisation Center for Security Policy ausgezeichnet wurde… Mir scheint es nicht verurteilungswürdig, dass ich die dies Diplom angenommen habe…
Natürlich gab und gibt es keine Verpflichtungen meinerseits gegenüber dem Center for Security Policy, und unsere Wechselbeziehungen wurden 1991 beendet… Danach haben sie wohl die Liste der Mitglieder automatisch abgeschrieben, so dass die jetzige Anwesenheit meines Namens einfach ein bürokratisches Kuriosum ist.“
Zur Frage seiner amerikanischen Staatsangehörigkeit sagt Kasparow: „Nein. Ich bin ein Bürger der Russischen Föderation, und ich habe keine ausländischen Pässe oder Aufenthaltsgenehmigungen.“
(Quelle: http://www.kasparov.ru/material.php?id=462668EB23D6F)
Am 24. April 2007 spricht Kasparow vor dem ‚Bruno Kreisky Forum’ in Wien und fordert vom Westen Widerstand gegen Putin: «Jetzt ist für den Westen die Zeit gekommen, in der er Putin sagen muss, dass er seiner Politik nicht mehr still zusieht.»
« John F. Kennedy und Ronald Reagan glaubten daran, dass die Demokratie die mächtigste Kraft ist, um das Leben auf der Welt zu verbessern und die Welt sicherer zu machen…Wenn sie wie (der heutige US-Präsident George W.) Bush und die anderen gehandelt hätten, dann würde ich heute noch in der Sowjetunion Schach spielen.»
(Quelle: Kasparow fordert Widerstand gegen Putin, Netzeitung )
Am 27. April 2007 sagt Kasparow in einem Interview des ZDF-Mittagsmagazins seinem Land tiefe eine "tiefe innenpolitische Krise" voraus: "Wir können heute noch keine Prognose wagen, in welcher Lage Russland zu Beginn des Jahres 2008 sein wird. "
"Ich denke, dass Putin nicht einen Tag länger bleiben wird, als er muss… Das Dach stürzt ein, das Fundament ist verrottet. Es gibt keinen Zweifel, dass Putin keine Pläne hat, weiter im Amt zu bleiben und die Verantwortung zu übernehmen für den zukünftigen Zusammenbruch. Ich bin mir also sicher, dass wir andere Kandidaten aus Putins Lager sehen werden."
(Quelle: Mitteilung der ZDF-Pressestelle)
Am 3.Mai 2007 erscheint die deutsche Übersetzung eines Aufsatz’ von André Glucksmann bei perlentaucher.de: „Es ist höchste Zeit laut auszusprechen, dass die Seele Europas nicht in ein paar Divisionen, sondern im Andern Russland und in Garri Kasparow liegt.“
(Quelle:Wieviele Divisionen hat Garri Kasparow?)
Am 5. Mai 2007 führt das TIME Magazine Kasparow in der Liste „TIME 100“ auf. Der Herausgeber des Magazins, Richard Stengel, sagt: "The TIME 100 is not a hot list. It's a survey not of the most powerful or the most popular, but of the most influential. We look for people whose ideas, whose example, whose talent, whose discoveries transform the world we live in... heroes like the great chess master Garry Kasparov, who is leading a lonely fight for greater democracy in Russia."