russland.RU berichtet in Wort und Bild aus Russland und über Russland. Ungebunden, unabhängig und überparteilich. Ohne Vorurteile und Stereotypen versucht russland.RU Hintergründe und Informationen zu liefern um Russland, die Russen und das Leben in Russland verständlicher zu machen. Da wo die großen Verlage und Medienanstalten aufhören fängt russland.RU an.



08-06-2005 Sankt Petersburg
A.T. Matwejew und seine Schule
Am 9. Juni um 16 Uhr eröffnet das Russische Museum im Ingenieursschloss eine Skulpturen-Ausstellung, die dem Bildhauer und Pädagogen Alexander Matwejew (1878-1960) und seinen Schülern gewidmet ist. Der Künstler, der sowohl vor wie nach der Revolution erfolgreich arbeitete und unterrichtete, gilt als grosser Vermittler zwischen den Epochen und prägte Generationen von Bildhauern.

Alexander Matwejew wird 1878 in Saratow an der Wolga geboren. Während seiner Ausbildung von 1899 bis 1902 in Moskau wird er unter anderem von Trubezkow unterrichtet und steht in seinem Frühwerk stark unter dem Einfluss von dessen impressionistischem Stil. Während seiner Zeit an der keramischen Fabrik in Kikerino bei Petersburg (1907-1912) tritt er den Künstlervereinigungen “Blaue Rose” und “Welt der Kunst” bei.
Er fertigt unter anderem den symbolistischen Kikeriner Zyklus sowie Skulpturen für Parkanlagen in Russland und auf der Krim an.

Ab 1912 lebt Matwejew in Petersburg, wo er 1918 als Professor an die freien staatlichen Kunstwerkstätten berufen wird und beginnt, seine Schule aufzubauen. Neben seiner erfolgreichen Karriere als Künstler mit Auszeichnungen im In- und Ausland unterrichtet er bis 1948 mit sehr viel Engagement. Oft arbeitet er parallel mit seinen Studenten vor demselben Modell, wodurch sich ein besonders enges Verhältnis zwischen Schülern und Lehrer ergibt. Nebst seiner handwerklichen Vielseitigkeit – Matwejew arbeitet unter anderem in Keramik, Holz, Bronze und Marmor – versteht er es meisterhaft zwischen den verschiedenen Stilepochen zu vermitteln. Neoklassizismus, Impressionismus und Symbolismus vereinen sich in seinem Werk. Seine Menschenbilder sind durch eine stark individuelle Ausstrahlung und eine ausdrucksstarke Gestik geprägt.

Das Russische Museum besitzt die grösste Sammlung von Werken, die es nun gemeinsam mit Arbeiten seiner Studenten ausstellt, um Wege und Einflüsse dieser Schule aufzuzeigen. Zu sehen sind Skulpturen von Michail Anikuschin, Michail Wainman, Lew Iwanowski, Alexander Ignatiew, Lubow Cholina, Naum Mogilewski, Taisa Kutschkina, Maria Charlomowa, Leonid Eidlin sowie Alexander Tschernizki.