russland.RU berichtet in Wort und Bild aus Russland und über Russland. Ungebunden, unabhängig und überparteilich. Ohne Vorurteile und Stereotypen versucht russland.RU Hintergründe und Informationen zu liefern um Russland, die Russen und das Leben in Russland verständlicher zu machen. Da wo die großen Verlage und Medienanstalten aufhören fängt russland.RU an.



16-09-2005 Sankt Petersburg
Ausländische Studenten demonstrierten in St. Petersburg
Um ihre Sicherheit besorgte ausländische Studenten haben am Donnerstag in Sankt Petersburg eine Kundgebung durchgeführt. Anlass für die Aktion war der Mord an einem Studenten aus Kongo am 9. September.

Am Vormittag hatte in der städtischen Gesetzgebenden Versammlung ein Treffen zwischen ausländischen Studenten und leitenden Mitarbeitern der Rechtsschutzorgane von Sankt Petersburg stattgefunden. Der Chef der Kriminalmiliz von Sankt Petersburg und des dazugehörigen Gebietes Leningrad, Wladislaw Piotrowski, teilte mit, dass der Mord an dem Kongolesen aufgeklärt und alle daran beteiligten Personen ermittelt wurden. Außerdem betonte Piotrowski, dass das Verbrechen keinen nationalen Hintergrund hatte, sondern ein Alltagsdelikt war.

Die Studenten waren mit den Ergebnissen des Gesprächs nicht zufrieden; rund 100 von ihnen begaben sich zum Newski-Prospekt im Zentrum der Stadt, um sich mit Vertretern der Stadtregierung zu treffen. Während des Umzuges blieben die Studenten vor den Hotelgebäuden stehen, in denen Ausländer wohnen.

Die Demonstranten trugen Fotobilder des Studenten aus Kongo, der nach dem Überfall von Unbekannten starb. Ein Student hielt ein Plakat hoch, auf dem geschrieben stand: "Vorgestern wurde ein arabischer Student, gestern ein vietnamesischer und heute ein afrikanischer ermordet. Wer wird morgen ermordet?"

Am Smolny trat der stellvertretende Vorsitzende des Stadtkomitees für Forschung und Bildung Andrej Maximow vor die Versammelten. Er betonte, der Mord an dem Studenten aus Kongo sei nicht aus nationalen Motiven begangen worden, sondern es handele sich ausschließlich um ein Alltagsdelikt. Maximow teilte mit, dass in letzter Zeit in den Hochschulen von Petersburg verstärkte Sicherheitsmaßnahmen eingeleitet wurden.

Die Demonstranten gingen nach dem Treffen auseinander. (RIA)