russland.RU berichtet in Wort und Bild aus Russland und über Russland. Ungebunden, unabhängig und überparteilich. Ohne Vorurteile und Stereotypen versucht russland.RU Hintergründe und Informationen zu liefern um Russland, die Russen und das Leben in Russland verständlicher zu machen. Da wo die großen Verlage und Medienanstalten aufhören fängt russland.RU an.



20-12-2005 Sankt Petersburg
100 Liter Selbstgebrannter und 50 Kilo Speck für Ausstellung in Petersburg
Am Dienstag, dem 20. Dezember, wird im Russischen Ethnographischen Museum von Petersburg eine Ausstellung zum Kosakentum eröffnet. Das teilte die Pressesprecherin des Museums Inna Karpuschina der RIA Nowosti mit.

An der Eröffnung der Ausstellung, die mit Unterstützung von Ilja Klebanow und Dmitri Kosak (beide Bevollmächtigte des russischen Präsidenten im Nordwestlichen beziehungsweise im Südlichen Föderalen Bezirk) stattfindet, wird Michail Schwydkoj, Leiter der Föderalen Agentur für Kultur und Filmkunst Russlands, teilnehmen.

Die Besucher werden 1 200 Raritäten aus den Sammlungen von russischen 25 Museen und dem Staatlichen Historischen Archiv sehen: Waffen, Auszeichnungen, Banner, Uniformen, Geschenke für die Zarenfamilie, Hausrat sowie Fotos und Dokumente.



Zu den wertvollsten Exponaten gehören eine Silbertrompete, die der Schwarzmeer-Gardehundertschaft "Für die Tapferkeit in der Leipziger Schlacht von 1813" überreicht wurde, ein Siegelring, den Teilnehmer der Schlacht bei Borodino erhielten, die Medaille "Für die Eroberung Westkaukasiens", die Gravüre "Attacke der Don-Kosaken in der Schlacht an der Trebbia am 7. Juni 1799" und die Radierung "Kosakenbiwak auf den Champs-Elysees".

Wie Inna Karpuschina sagte, werden 20 Kosaken der Sankt-Petersburger Staniza die Ehrenwache der Ausstellung bilden. Als Geschenk zur Eröffnung der Ausstellung sollen aus der Staniza Wjoschenskaja 100 Liter Selbstgebrannter und 50 Kilogramm Speck ins Ethnographische Museum geliefert werden."

Im Jahre 1893 zählte die Kosakenbevölkerung Russlands 2 648 049 Menschen: Gezählt wurde sehr genau. Es gab elf Kosakenkreise, die so genannten "Heere", die nach dem Don, dem Kuban, dem Terek, nach Astrachan, dem Ural, nach Orenburg, Semiretschensk, Sibirien, Transbaikalien, dem Amur und dem Ussuri benannt waren.

Geschichtlich gesehen, spielten die Kosaken eine besondere soziale Rolle: Sie bildeten einen militärischen Stand und setzten die Politik des Staates an der Grenze des Russischen Reiches durch. Die Kosakenheere waren polyethnisch. Neben Russen dienten darin Tataren, Nogaier, Tscherkessen, Kabardiner, Tschetschenen, Kumyken, Georgier, Armenier, Karakalpakier, Turkmenen, Kasachen und Jakuten. Die Kosaken waren der Hauptverwaltung der Kosakenheere des Kriegsministeriums unterstellt. Der Ataman aller Kosakenheere war ab 1827 der Thronfolger.

Die den Kosaken gewidmete Ausstellung ist Bestandteil eines Projektes des Russischen Ethnographischen Museums, bei dem in den russischen Museen bisher ungenügend vertretene Kulturen erfasst werden. Den Anfang dieser Serie bildete die Ausstellung "Gestalten eines Volkes. Jüdische Sammlungen des Russischen Ethnographischen Museums".

Die Pressesprecherin zitierte den Museumsdirektor Wladimir Grusman: "Solche Ausstellungen, die über die Besonderheiten verschiedener Kulturen erzählen, sind heutzutage für die Gesellschaft besonders notwendig, da die nationalistischen Stimmungen, die sich neuerdings verstärkt haben, nicht aus dem Massenbewusstsein verdrängt werden können."(RIA)