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07-04-2006 Sankt Petersburg
In Russland nehmen rassistisch motivierte Gewalttaten zu
In Russlands zweitgrößter Stadt St. Petersburg ist in der Nacht zum Freitag erneut eine rassistisch motivierte Gewalttat verübt worden. Wie der örtliche Verein Afrikanische Einheit mitteilte, wurde ein senegalesischer Student erschossen, als er einen Nachtklub im Zentrum der Stadt verließ. Die Schüsse seien von hinten auf eine Gruppe von insgesamt fünf oder sechs afrikanische Studenten abgegeben worden, sagte der Vorsitzende des Vereins, Desiré Defait.

Das Alter des erschossenen Mannes, der vor kurzem ein Diplom in Telekommunikation erworben habe, wurde mit Ende zwanzig angegeben. Laut der Nachrichtenagentur Interfax bestätigte die Polizei den Bericht. Ein Vertreter der Staatsanwaltschaft sagte im Fernsehsender NTW, an der Tatwaffe, einer Pumpgun, sei ein Hakenkreuz entdeckt worden.

Seit dem Ende der Sowjetunion haben rassistische Übergriffe in Russland stark zugenommen. Sie richten sich insbesondere gegen Menschen aus dem Kaukasus und den früheren mittelasiatischen Sowjetrepubliken, aber auch gegen Studenten und Arbeiter aus Asien und Afrika. Erst am vergangenen Wochenende hatten russische Skinheads in Moskau den Kulturminister der Kaukasusrepublik Kabardino-Balkarien, Saur Tutow, zusammengeschlagen und schwer verletzt.

Nach Angaben der Nichtregierungsorganisation Sowa wurden bei rassistisch motivierten Gewalttaten im vergangenen Jahr 28 Menschen getötet und 366 verletzt. Der russische Präsident Wladimir Putin hatte sich im Herbst 2005 für die Angriffe gegen ausländische Studenten entschuldigt und versprochen, dass die "faschistischen" Gruppen hinter diesen Angriffen "von der politischen Landkarte des Landes verschwinden" würden.