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24-05-2006 Sankt Petersburg
Fünf Neonazis nach Mord an Senegalesen in St. Petersburg gefasst
Nach dem rassistisch motivierten Mord an einem Senegalesen in St. Petersburg hat die russische Polizei fünf Neonazis festgenommen. Die 21 und 22 Jahre alten Männer stehen im Verdacht, mehrere rassistische Gewalttaten begangen zu haben, darunter den Mord an dem senegalesischen Studenten Anfang April, wie eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft am Dienstag sagte.

Die Verdächtigen gehörten einer ultranationalistischen Gruppe namens Mad Crowd an, deren Mitglieder schon mehrfach Ausländer angegriffen haben sollen. Ihr mutmaßlicher Anführer Dmitri Borowikow war am vergangenen Donnerstag von der Polizei erschossen worden, als er sich laut Staatsanwaltschaft mit einem Messer seiner Festnahme widersetzte.

Der 28-jährige Senegalese Samba Lampsar Sall war Anfang April vor einer Diskothek im Zentrum von St. Petersburg erschossen worden. Sall hatte die Disko zusammen mit anderen afrikanischen Studenten verlassen. Eine Kugel traf ihn von hinten in den Kopf. An der Tatwaffe, einer Pumpgun, war nach Angaben der Staatsanwaltschaft ein Hakenkreuz entdeckt worden. Die fünf Festgenommenen tragen laut Staatsanwaltschaft Hakenkreuz-Tätowierungen; in ihren Wohnungen beschlagnahmte die Polizei nationalistische Literatur.

Seit dem Ende der Sowjetunion haben rassistische Übergriffe in Russland stark zugenommen. Sie richten sich insbesondere gegen Menschen aus dem Kaukasus und den früheren mittelasiatischen Sowjetrepubliken, aber auch gegen Studenten und Arbeiter aus Asien und Afrika. Erst Ende März hatten russische Skinheads in Moskau den Kulturminister der Kaukasusrepublik Kabardino-Balkarien, Saur Tutow, zusammengeschlagen und schwer verletzt.