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01-08-2006 Sankt Petersburg
Eremitage-Chef verdächtigt nach Millionendiebstahl Angestellte
Nach dem Diebstahl von mehr als 200 wertvollen Schmuckstücken aus der berühmten Eremitage in St. Petersburg richtet sich der Verdacht gegen Mitarbeiter des Museums.

Das Verschwinden von 221 Meisterwerken der russischen Goldschmiedekunst könne nicht ohne Mithilfe der Museumsangestellten vonstatten gegangen sein, sagte Chef-Konservator Michail Pjotrowski am Dienstag. Er beklagte einen "Werteverlust" in der Gesellschaft. Künftig müsse die Eremitage ihre Mitarbeiter wohl ebenso strengen Sicherheitskontrollen unterwerfen wie die Besucher.

Der Diebstahl der 221 Schmuckstücke, zum großen Teil wertvolle Emaillearbeiten, war am Montag bekannt gegeben worden. Laut Pjotrowski haben die Preziosen aus der Zeit vom Mittelalter bis zum 19. Jahrhundert einen Gesamtwert von fast fünf Millionen Dollar (vier Millionen Euro). Die Polizei in St. Petersburg eröffnete am Dienstag ein Ermittlungsverfahren wegen "Diebstahls im großen Stil".

Das Verschwinden der Juwelen gibt der Polizei und den Museumsexperten noch Rätsel auf. Das Lager mit dem Schmuck war im Oktober versiegelt worden, nachdem die zuständige Konservatorin im Alter von 46 Jahren plötzlich gestorben war. Der Nachfolger der Konservatorin stellte bei einer routinemäßigen Inspektion nach dem Aufbrechen der Siegel fest, dass 221 Stücke fehlten.

Laut Chef-Konservator Pjotrowski hatten vier Mitarbeiter Zugang zu dem Lager. Der Experte schloss nicht aus, dass ein Teil der Juwelen bereits ins Ausland geschmuggelt wurde. Die Ermittler in aller Welt seien alarmiert, um den Kunstmarkt zu überwachen, warnte er. Möglicherweise tauchten einige Stücke bei Auktionen wieder auf.

Die Eremitage war bereits im März 2001 Opfer eines Kunstdiebstahls geworden. Das damals entwendete Gemälde des französischen Malers Jean-Léon Gérôme wurde bis heute nicht wiedergefunden. Die Eremitage ist eines der größten und wichtigsten Museen der Welt. Mehr als zweieinhalb Millionen Kunstwerke sind hier gelagert.