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07-08-2006 Sankt Petersburg
Verwirrung um Aufklärung des Kunstraubs in der Eremitage in St. Petersburg
Der spektakuläre Kunstraub wertvoller Schmuckstücke aus der berühmten Eremitage in St. Petersburg soll aufgeklärt worden sein. Die Polizei habe zwei Männer festgenommen, die gestanden hätten, in den vergangegen sechs Jahren die Exponate gestohlen zu haben, berichtete am Sonntag die Nachrichtenagentur Interfax unter Berufung auf Ermittlerkreise.

Es handelt sich um 221 Meisterwerke der russischen Goldschmiedekunst und Emaillearbeiten im Wert von 3,9 Millionen Euro - unter anderem Kaffeetassen und ein Kaviarlöffel.

Die Museumsleitung hatte zuvor die Angestellten des Museums beschuldigt, die Diebe gedeckt zu haben. In einer Mitteilung des Museums hieß es am Sonntag, es gebe viele "eigenartige" Aspekte in dieser Angelegenheit. Das Verschwinden der Juwelen hatte der Polizei und den Museumsexperten Rätsel aufgegeben. Das Lager mit dem Schmuck war im Oktober versiegelt worden, nachdem die zuständige Konservatorin im Alter von 46 Jahren plötzlich gestorben war. Der Nachfolger der Konservatorin stellte bei einer routinemäßigen Inspektion nach dem Aufbrechen der Siegel fest, dass 221 Stücke fehlten.

Die Polizei hatte am Freitag mitgeteilt, dass in einem Mülleimer in St. Petersburg eines der wertvollsten Stücke, eine mit Saphiren besetzte Ikone, gefunden worden sei. Die Eremitage ist mit einem Fundus von mehr als zweieinhalb Millionen Kunstwerken eines der größten und wichtigsten Museen der Welt.

Noch am Samstag dementierte die Leitung der Eremitage Meldungen über die Festnahme von Kunstdieben

"Einstweilen können wir diese Medienberichte nicht bestätigen", verlautete aus der Innenbehörde der Newa-Metropole. Zuvor hatten einige Medien über die Festnahme von zwei Verdächtigen berichtet. Auch in der Eremitage konnten diese Meldungen nicht bestätigt werden.

Bei der russischen Behörde zum Schutz von Kulturgütern wurde RIA Novosti mitgeteilt, dass die Innenbehörde bislang keine offizielle Mitteilungen zukommen ließ. "Von der Festnahme haben wird in einer TV-Nachrichtensendung erfahren", sagte ein Behördensprecher.