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07-08-2006 Sankt Petersburg
Kunstraub in St. Petersburger Eremitage war offenbar Familiensache
Der spektakuläre Kunstraub aus der weltberühmten Eremitage in St. Petersburg war offenbar ein Werk der Familie der verstorbenen Museumskonservatorin. Unter den drei Festgenommenen seien der Ehemann von Larissa Sawadskaja und der Sohn des Ehepaares, sagte ein Sprecher der örtlichen Polizei am Montag.

Der Ehemann, Nikolai Sawadski, stehe unter Anklage. Bei einer Hausdurchsuchung bei ihm seien etwa hundert Pfandleihscheine gefunden worden. Der 54-Jährige habe Schmuckstücke verkauft. Die Generalstaatsanwaltschaft in Moskau wollte die Angaben zunächst nicht offiziell bestätigen.

Larissa Sawadskaja war im Herbst im Alter von 46 Jahren plötzlich verstorben, woraufhin das Schmucklager der Eremitage versiegelt wurde. Der Nachfolger der Konservatorin stellte erst bei einer routinemäßigen Inspektion nach dem Aufbrechen der Siegel fest, dass 221 Stücke aus der Sammlung fehlten. Das Museum beziffert ihren Wert auf umgerechnet 3,9 Millionen Euro. Bei Auktionen könnten die Stücke Schätzungen zufolge bis zu hundert Millionen Dollar erzielen.

Ein Polizeisprecher sagte, noch sei nicht klar, welche Rolle Sawadskaja in der Kunstraubserie gespielt habe. Die Umstände ihres Todes spielten bei den Ermittlungen jedoch keine Rolle. Sie sei an Herzversagen gestorben. Von den 221 verschwundenen Kunststücken tauchten bis Montag acht wieder auf. Die Eremitage von St. Petersburg ist mit einem Fundus von mehr als zweieinhalb Millionen Kunstwerken eines der größten und wichtigsten Museen der Welt.