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11-08-2006 Sankt Petersburg
Petersburger Schiffbaubetrieb soll Platz für Wohnblocks schaffen
Die Mezhprombank will die ihm gehörenden Schiffbauaktiva in Sankt Petersburg radikal reformieren. Wie die Tageszeitung "Kommersant" am Freitag schreibt, soll der Schiffbaubetrieb Baltijski Sawod geschlossen werden.

Die 70 Hektar, die er jetzt einnimmt, sollen für den Bau von Wohnungen und Geschäftszentren frei gemacht werden, während der Schiffbau in der Sewernaja Werf konzentriert wird. Der Gesamtwert des Projekts beträgt umgerechnet mehr als 640 Millionen Euro. Das Projekt soll u. a. aus dem Investmentfonds finanziert werden.

Der Betrieb Sewernaja Werf soll bis 2011 modernisiert werden (u. a. durch die Verlegung eines Teils der Baltijski-Sawod-Ausrüstungen), damit er Schiffe mit einer Wasserverdrängung bis zu 80 000 Tonnen herstellen kann (heute maximal 12 000 Tonnen).

Aus eigenen Mitteln will die Mezhprombank nur 25 Prozent des Projekts finanzieren. Zu 40 Prozent soll es aus dem Investmentfonds gedeckt werden. Die restlichen 35 Prozent werden voraussichtlich aus einem staatlich garantierten Gemeinschaftskredit mehrerer Banken zu einem Jahreszins von neun Prozent bestritten.

Nach Ansicht von Marktteilnehmern erwiderte die Mezhprombank damit die Pläne des Staates zu einer Reformierung des Schiffbaus. Gemäß einem strategischen Regierungsplan, den die Militärindustriekommission unter Leitung von Vizepremier Sergej Iwanow im September behandeln soll, wird das dem Staat gehörende 20,96 Prozent umfassende Aktienpaket von Sewernaja Werf an das Schiffbauzentrum Newski übergeben, das auf der Basis des Schiffbauwerks Jantar entstehen soll.

Nach Ansicht von Konstantin Makijenko, Vizeleiter des Zentrums für Strategien- und Technologienanalyse, ist das Vorhaben, "aus zwei Werften eine zu machen und die Unkosten zu reduzieren sowie sich auf den kommerziellen Schiffbau zu orientieren, die einzige Variante, die für die Mezhprombank in Frage kommt. Eine Alternative dazu wäre ein Verkauf des Schiffbaugeschäfts." [ RIA Novosti ]