russland.RU berichtet in Wort und Bild aus Russland und über Russland. Ungebunden, unabhängig und überparteilich. Ohne Vorurteile und Stereotypen versucht russland.RU Hintergründe und Informationen zu liefern um Russland, die Russen und das Leben in Russland verständlicher zu machen. Da wo die großen Verlage und Medienanstalten aufhören fängt russland.RU an.



15-08-2006 Sankt Petersburg
Eremitage verringert nach Verlust von Exponaten die Zahl ihrer Ausstellungen
Die Eremitage hat die Zahl ihrer Ausstellungen wegen des Verlustes von Exponaten reduziert. Das teilte der Direktor des Sankt Petersburger Museums, Michail Piotrowki, am Dienstag vor Journalisten mit.

"Wir nehmen die Liste der Ausstellungen unter die Lupe und kürzen Einiges. Auf Anordnung der Föderalen Agentur für Kultur und Filmwesen (Roskultura) werden zu Ausstellungen ins Ausland nur Gegenstände ausgeführt, die in den Fonds aufbewahrt werden, in denen eine endgültige Inventur vorgenommen wurde", so Piotrowski.

Der Museumsdirektor bemerkte, im Zusammenhang mit dem Verlust plane die Eremitage, mehr Aufmerksamkeit auf die Sicherheit der Sammlung zu lenken. "Wir richten neue Depots ein, setzen die Arbeit am Markierungssystem fort und beschleunigen die Arbeit an der Gestaltung eines elektronischen Kataloges", so Piotrowski.

Er betonte ferner: "Es müssen der Status und die Verantwortung der Personen erhöht werden, die als Kustoden arbeiten. Es muss richtige Stimuli geben, damit das Wort ,Kustos' groß geschrieben wird", so Piotrowski.

Die Eremitage hatte Ende Juli das Verschwinden von 221 Exponaten aus der Russischen Abteilung mitgeteilt. Der Verlust war im Ergebnis einer Museumskontrolle aufgedeckt worden. Damals starb eine Kustodin an Herzversagen. Der annähernde Wert der entwendeten Kunstwerke wird auf rund 130 Millionen Rubel (umgerechnet 3,8 Millionen Euro) geschätzt. Nach jüngsten Angaben wurden 21 Gegenstände bereits wieder gefunden.

Zu dem Fall wurde ein Untersuchungsverfahren nach Artikel 158, Teil 4, des russischen Strafgesetzbuches (Diebstahl in besonders großem Ausmaß) eingeleitet. Das Innenministerium stellte die Untersuchung unter seine besondere Kontrolle, die Generalstaatsanwaltschaft bildete eine operative Ermittlungsgruppe.

Wegen Diebstahlverdacht sind vier Personen, darunter ein Antiquar aus Sankt Petersburg sowie der Ehemann und der Sohn der verstorbenen Museumsmitarbeiterin, festgenommen. [ RIA Novosti ]