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18-08-2006 Sankt Petersburg
Drei Verdächtige wegen Kunstdiebstahls in Eremitage angeklagt
Nach den spektakulären Kunstdiebstählen in der St. Petersburger Eremitage ist Anklage gegen drei Verdächtige erhoben worden. Es handle sich um den Ehemann der verstorbenen Museumskuratorin, Nikolai Sawadskoj, und dessen gleichnamigen Sohn sowie um den Universitätsprofessor Iwan Sobolew, teilte die russische Generalstaatsanwaltschaft am Donnerstag mit.

Das Trio wird beschuldigt, über einen langen Zeitraum und im Einverständnis mit der damaligen Kuratorin Larissa Sawadskaja aus den Depots des Museums 221 wertvolle Kunstgegenstände gestohlen und nach und nach verkauft zu haben. Ein vierter Verdächtiger, ein privater Kunstsammler, sei aus Mangel an Beweisen wieder auf freien Fuß gesetzt worden.

Die Eremitage, eines der bedeutendsten Kunstmuseen weltweit, beziffert den Wert der gestohlenen Objekte - darunter mit Edelstein besetzte Ikonen, Schmuck und Uhren - auf umgerechnet rund 3,9 Millionen Euro. Experten schätzen den Marktwert auf bis zu 78 Milliarden Euro. 24 der entwendeten Gegenstände tauchten nach Angaben der Staatsanwaltschaft bereits wieder auf. So wurde eine wertvolle Ikone in St. Petersburg in einem Mülleimer gefunden. Sawadskaja starb im Oktober 2005 an Herzversagen.

Vergangene Woche war auch im Moskauer Staatsarchiv für Literatur und Kunst ein Millionen-Diebstahl bekannt geworden. Präsident Wladimir Putin ordnete inwischen eine Überprüfung der Bestände aller russischer Museen an.