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01-10-2004 Sankt Petersburg
Standard und Poor's erhöhte Ratings von Sankt Petersburg
Die internationale Ratingagentur Standard & Poor's hat die langfristigen Kreditratings des Emittenten von Sankt Petersburg von "BB" auf "BB+" mit "stabiler" Prognose heraufgesetzt, heißt es in einer Mitteilung der Agentur, die am Freitag bei RIA Nowosti eingegangen ist.

"Die Erhöhung der Ratings ist auf die Stabilisierung des politischen Klimas in der Stadt, die Treue der neuen Administration einer ausgewogenen Investitionspolitik, gute Haushaltskennziffern und eine niedrige Verschuldung zurückzuführen", teilt die Agentur mit.

Es wird erwartet, dass die Verschuldung von Sankt Petersburg in den nächsten drei bis vier Jahren 30 Prozent der Haushaltseinnahmen nicht übersteigen wird und die Finanzkennziffern stabil mit einem nicht großen Defizit nach Kapitalausgaben bleiben werden, das höchstens drei bis fünf Prozent betragen wird.

Das Ratingsniveau von Sankt Petersburg beschränkt sich durch eine niedrige Voraussagbarkeit und Flexibilität der Einnahmen, die Volatilität der Industrieproduktion und wesentliche Bedürfnisse an der Finanzierung der Infrastruktur.

Nach Meinung der Standard & Poor's können die durchgeführte Haushalts- und die Steuerreform negative Folgen für die Stadt haben. Andererseits verbesserten sich die Beziehungen der Stadtadministration mit der föderalen Regierung im Vergleich zu vorangegangenen Jahren.

"Die neue Führung von Sankt Petersburg hat nach ihrem Machtantritt vor über einem Jahr ein ausgewogenes Herangehen an die Schuldverwaltung beibehalten und ihre Treue zum Kurs der Reformen demonstriert. Ihr effektives System der Schuldverwaltung ist vielleicht eines der besten im Mittel- und Osteuropa", betont die Agentur.

Die Standard & Poor's beunruhigt die Volatilität der Industrieproduktion. 2003 stieg ihr Umfang nach einer Schätzung der Agentur um 5,8 Prozent nach einem Wachstum um 31,4 Prozent im Jahre 2002 und der Stagnation im Jahre 2001 an.

Die Agentur schlussfolgert, dass, da 28 Prozent des regionalen Bruttoprodukts der Stadt immer noch auf die Industrie entfallen, die weiteren Schwankungen des Produktionsumfanges in der Schwerindustrie, die Schiffbau, Maschinenbau und Hüttenwesen einschließt, zu merklichen Fluktuationen im Umfang des regionalen Bruttoprodukts und der Steuereinnahmen führen.

Andererseits erhalten der sich entwickelnde Dienstleistungssektor und das weitere Wachstum des regionalen Bruttoprodukts das Ratingniveau aufrecht. Erwartet werden das weitere Wachstum der Wirtschaft und deren Diversifikation durch die Entwicklung des Dienstleistungsbereiches.

Die Standard & Poor's rechnet damit, dass Sankt Petersburg auch weiter eine Balance zwischen seinen Bedürfnissen bei der Entwicklung der Infrastruktur, den hohen Haushaltskennziffern und einer gemäßigten Steuerbelastung finden wird. (RIA)