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28-09-2006 Sankt Petersburg
Zarenmutter findet ihre letzte Ruhe in St. Petersburg
Russland hat sie endlich wieder: Die im dänischen Exil verstorbene Mutter des letzten Zaren, Zarin Maria Fjodorowna, ist am Donnerstag in St. Petersburg beigesetzt worden.

Sie fand ihre endgültig letzte Ruhe in der Kirche der Peter-und-Paul-Festung an der Seite ihres Mannes Zar Alexander III. und ihres Sohnes Nikolaus II. Zuvor hatten Nachfahren der Romanow-Dynastie, der dänische Thronprinz Frederik und seine Frau Prinzessin Mary mit einem Gottesdienst in der St. Petersburger Sankt-Isaaks-Kathedrale Abschied von der in Dänemark geborenen Mutter des letzten Zaren genommen.

Eine gelbe Flagge mit dem Wappen der Zaren-Familie bedeckte den Sarg mit den sterblichen Überresten der vor 78 Jahren im dänischen Exil verstorbenen Zarin Maria Fjodorowna. Nach dem vom russischen Patriarchen Alexej II. gehaltenen Gottesdienst machte sich der Trauerzug mit der Asche der Zarenmutter auf den Weg zur Peter-und-Pauls-Festung, in deren Kathedrale Maria Fjodorowna am Nachmittag an der Seite ihres Mannes Zar Alexander III. und ihres Sohnes Nikolaus II. ihre endgültig letzte Ruhe finden sollte.

Die Mutter von Zar Nikolaus II. war vor 87 Jahren nach der russischen Revolution in ihre Heimat Dänemark geflüchtet. Die dänische Prinzessin Dagmar hatte 1866 den künftigen Zaren Alexander III. geheiratet und nannte sich von da an Maria Fjodorowna. Der letzte Wille der 1928 im dänischen Exil verstorbenen Zarin war es, in der Petersburger Peter-und-Pauls-Kirche bestattet zu werden. Dort sind die meisten der Herrscher der Romanow-Dynastie begraben.

Für viele Russen war die Rückkehr der Zarenmutter ein bewegender Moment. "Die Rückkehr von Maria Fjodorowna ist ein historisches Ereignis", sagte die Krankenschwester Alewtina Nossowa. Sie habe so viel vom Schicksal der Zarenmutter gehört, sagte Galina Goroschko, eine Rentnerin von 67 Jahren: "Ihr Schicksal hat mich sehr berührt." Goroschko wurde zwanzig Jahr nach dem Sturz des Zarenregimes geboren, für sie ist Fjodorowna weniger eine Herrscherin als eine Frau, die viel gelitten hat. Die in Dänemark geborene Zarin habe Russland geliebt, sagt Sergej Stepanowitsch. "Sie war eine wahre Russin, nicht so wie unsere heutigen Machthaber", sagte der 60-Jährige.

"Es ist kein trauriges Ereignis, sondern ein freudiges", sagte Nikolai Romanow, der Urenkel von Zar Nikolaus II., der Nachrichtenagentur RIA Nowosti am Rande der Beerdigungsfeierlichkeiten. Vor der Beisetzung nahmen Nachfahren der Zarenfamilie und Vertreter des dänischen Königshauses in einem vom russischen Patriarchen Alexej II. gehaltenen Gedenkgottesdienst in der Sankt-Isaaks-Kathedrale Abschied von der vor 78 Jahren Verstorbenen, im Anschluss marschierte der Trauerzug mit der Asche der Zarenmutter zur Peter-und-Pauls-Festung, wo sie dann beerdigt wurde.

Die Gruft der Zarin ist mit Blumen und mit Kränzen geschmückt, die im Namen des Präsidenten und der russischen Regierung sowie Sankt Petersburg-Gourverneurin und der Gesetzgebenden Versammlung der Newa-Metropole niedergelegt worden waren.

Laut RIA Novosti warteten Tausende von Menschen vor dem Tor der Peter-Pauls-Festung auf den Abschluss der Zeremonie. Viele trugen Blumen und Ikonen.

Die feierliche Überführung der Gebeine hatte am Samstag mit einem Gottesdienst in der königlichen Kathedrale von Roskilde bei Kopenhagen begonnen. Ein Schiff mit dem Sarg von Maria Fjodorowna lief am Dienstag von Dänemark kommend im Hafen von Kronstadt bei St. Petersburg ein. Russland und Dänemark hatten sich in langwierigen Verhandlungen über die Bedingungen der Überführung geeinigt. Die Umbettung von Maria Fjodorowna ist Teil der Bemühungen des russischen Staates, die Tradition des Zarenreichs zu pflegen. (AFP/RIA/russland.ru)