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09-11-2006 Sankt Petersburg
Eremitage-Direktor: Kunstraub beginnt mit zweitklassigen Exponaten und endet mit Fabergé
Der Eremitage-Direktor Michail Piotrowski schließt die Möglichkeit aus, dass irgendwelche Exponate "zweiter Klasse" aus dem Magazin verkauft werden könnten, da alle Museumsstücke einmalig seien.
"Nein, solche Gegenstände gibt es nicht, und es wird sie auch nie geben", sagte Piotrowski am Dienstag auf einer Pressekonferenz zur Eröffnung der Ausstellung "Juwelensammlung der Eremitage" im Saal des Mariä-Entschlafungs-Glockenturms.




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"Zu einem Museum gehören nicht nur schöne Ausstellungen. In erster Linie ist ein Museum ein Aufbewahrungsort, wo die Gegenstände für die Nachfahren studiert und bewahrt werden, Kunstgegenstände also, die über bestimmte Stufen der Geschichte und der Kultur der Völker berichten", sagte Piotrowski.

"Wir wollten schon einmal verkaufen und wissen, womit das endet. Das fing mit anscheinend zehntrangigen Exponaten an und endete mit den Meisterwerken von Raffael und Fabergé", sagte er.

Was die aus der Eremitage gestohlenen Exponate angeht, so sind laut Piotrowski bereits 30 Stück wiedergegeben worden. Im Dezember soll eine Ausstellung der zurückerstatteten Kunstgegenstände veranstaltet werden.

Die Ausstellung "Juwelensammlung der Eremitage" ist eine einmalige Sammlung aus der Kollektion des Zaren.

"Die Ausstellung der Eremitage ist die Schlussetappe zu den der Feierlichkeiten anläßlich des 200. Jubiläums der Kreml-Museen", sagte die Generaldirektorin des Kremls, Jelena Gagarina.

Sie betonte, dass diese Ausstellung noch einmal die feste Verbindung und die fruchtbare und stetige Zusammenarbeit der beiden Museen bekräftigt.

Die Moskauer werden zum ersten Mal die bedeutendsten Wertsachen sehen, die seit den Zeiten Peters des Großen von den russischen Zaren gesammelt und nach Sankt Petersburg gebracht wurden. Viele davon haben den Winterpalast bisher noch nie verlassen.

Auf der Moskauer Ausstellung der Eremitage werden sechs Gegenstände aus der "Sibirischen Kollektion" von Peter des Großen gezeigt, die Anfang des 18. Jahrhunderts in die Kunstkammer gebracht wurden. Ein großer Anziehungspunkt wird garantiert auch die Tabakdose, die der russische Zar auf seiner Reise nach Frankreich und Großbritannien mitgenommen hatte.

Die Thronzeit von Anna Ioannowna (1730-1740) wird von einem Pferdegeschirr, geschmückt von 115 bewundernswerten kolumbianischen Smaragden, und fünf goldenen Sanitärgegenständen aus Augsburger Werkstätten repräsentiert. Aus der Zeit der Zarin Jelisaweta Petrowna (1741-1761) stammt eine einmalige Sammlung von Taschenuhren englischer Meister. Auch werden Kameen, die Zarin Katharina die Große sammelte, gezeigt.

Doch eines der symbolträchtigsten Ausstellungsstücke ist eine Kopie der Zaren-Regalien, die von dem berühmten Juwelierhaus Fabergé hergestellt und in der Rüstkammer aufbewahrt wurde. [ RIA Novosti ]