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26-01-2007 Sankt Petersburg
Sankt Petersburg will in Estland gefallene Sowjetsoldaten an der Newa bestatten
Der Vorsitzende der Gesetzgebenden Versammlung von Sankt Petersburg, Wadim Tjulpanow, hat angeregt, die sterblichen Überreste der in Estland gefallenen sowjetischen Soldaten in die Stadt an der Newa zu überführen. Gegenwärtig sammelt die Jugendbewegung der Partei Einheitliches Russland Unterschriften unter einen Appell an die Bevölkerung Estlands, in dem gefordert wird, das Monument für die sowjetischen Soldaten im Herzen Tallinns nicht der Willkür zu überlassen. Tjulpanow hat sich diesem Appell gestern angeschlossen.

"Ich bin ein russischer Mensch, der über die estnischen Parlamentarier entrüstet ist. Ich denke, wir würden eine Stelle für die Überführung der sowjetischen Soldatengräber nach Sankt Petersburg finden - in die Stadt, die diese Soldaten verteidigt haben. Wir haben bei uns mehrere Soldatenfriedhöfe. ... An der Newa wird sich Grund und Boden finden, um die sowjetischen Soldaten zur Ruhe zu betten, für die es dort keinen Platz gibt, wo sie für die Befreiung estnischer Erde gekämpft haben" sagte er bei der Unterzeichnung des Aufrufs.

Die Liste mit Unterschriften sollen dem estnischen Konsulat zugeleitet werden. Außerdem sollen sie auch gesellschaftlichen Organisationen, den Behörden und der Presse Estlands zugänglich gemacht werden.

"Diese Methoden der Volksdiplomatie und des direkten Dialogs zwischen den einfachen Menschen beider Länder trägt dazu bei, die Möchtegernpolitiker, die ihre Hand gegen das Denkmal für die sowjetischen Soldaten im Zentrum Tallinns erheben, in die Schranken zu weisen" erläutern die Organisatoren der Aktion ihre Beweggründe.

"Nur das Engagement der gesunden Kräfte der estnischen Gesellschaft", so wird in der Erklärung unterstrichen, "kann das unwürdige Schauspiel um die Massengräber und das Mahnmal für die Befreier Tallinns von den deutschen Faschisten ein Ende bereiten."

"Bei den Petersburgern mischen sich verständliche Entrüstung und ein besonderes Gefühl der Bitterkeit. Am Hügel Tonismägi in Tallinn sind die Kämpfer der Leningrader Front bestattet, also die Verteidiger auch unserer Stadt und unsere Mitbürger. Jedem vernünftig denkenden Menschen ist klar, dass der Krieg gegen Soldaten, die vor einem halben Jahrhundert ihr Leben für Eure Hauptstadt geopfert haben, der estnischen Gesellschaft keine Eintracht bringt", so der Appell.

"Wir glauben daran, dass das Volk Estlands seine Politiker zur Vernunft bringen kann und sich dagegen wehrt, dass das Massengrab geschändet wird. Jede Nation würde sich dem später schämen müssen", erklären die Autoren des Appells. [ RIA Novosti  / russland.RU ]