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06-02-2007 Sankt Petersburg
UNESCO droht Sankt Petersburg mit roter Liste
Auf der regionalen UNESCO-Konferenz, die in der letzten Woche in Sankt Petersburg stattfand, hieß es, dass es unzulässig sei, die Höhenbegrenzungen für die Gebäude in dieser Stadt abzuschaffen, teilte die "Nowyje Iswestija" am Montag mit. Die Stadtbehörden konnten nicht verhindern, dass die Experten aus Europa Vertretern der Öffentlichkeit begegneten, die über die Baupläne für den Wolkenkratzer Gasprom-City im historischen Teil der Stadt gegenüber der Smolny-Kathedrale beunruhigt sind.

Die Leiterin der Abteilung Europa und Nordamerika des UNESCO-Zentrums für Weltkulturerbe, Mehtilda Reisler, empfahl der Stadtverwaltung, die Höhenbegrenzungen für die Gebäude im historischen Stadtkern und in den angrenzenden Pufferzonen auf alle Fälle zu bewahren. Die Teilnehmer der Konferenz empfahlen auch, die Silhouette der Stadt zu bewahren und nicht durch Hochhäuser zu zerstören.

Mehtilda Reisler sagte, dass das Zentrum für Weltkulturerbe überaus reale Einflusshebel habe, um die geschützten Objekte vor der Zerstörung zu retten. Zum Beispiel konnte es 2006 die Errichtung von Hochhäusern in Wien und Köln verhindern. Wenn die Behörden und Geschäftsleute nicht auf die UNESCO-Empfehlungen hören, kann das geschützte Objekt auf die rote Liste kommen oder gar von der Liste des Weltkulturerbes verschwinden.

Im Frühjahr 2006 beschlossen die Aktionäre des russischen Ölkonzerns Sibneft, den Namen auf Gasprom-Neft zu ändern und den Konzern in Sankt Petersburg neu zu registrieren. Für die Büros, die zum Konzern gehören, soll in Petersburg das Gasprom-City-Gelände errichtet werden. Den Wettbewerb für das beste Baukonzept hat die Firma RMJM London Limited gewonnen.

Das Gelände, in dessen Mittelpunkt ein 300 Meter hoher Wolkenkratzer errichtet werden soll, wird sich im Stadtbezirk Ochta am Ufer der Newa, gegenüber der Smolny-Kathedrale, befinden.

Präsident Wladimir Putin erlegte der Stadtverwaltung von Sankt Petersburg die Verantwortung für das heiß umstrittene Bauprojekt auf.

„Solche Baukomplexe würden der Stadt bestimmt nicht schaden. Und wo sie errichtet werden, sollte schon auf der Ebene der Stadtverwaltung entschieden werden. Es ist falsch, mir solche Entscheidungen unterzuschieben. Ich habe genug eigene Probleme“, sagte Putin am vorigen Donnerstag auf einer Pressekonferenz im Kreml. [ RIA Novosti  / russland.RU ]