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14-02-2007 Sankt Petersburg
Streik bei Ford: Position als Spitzenreiter in Gefahr
Die Belegschaft des Ford-Autowerks in der Stadt Wsewoloschsk bei Sankt Petersburg ist am heutigen Mittwoch in den Streik getreten. Nach Ansicht von Branchenexperten ist damit die Spitzenposition des Ford-Focus-Modells auf dem russischen Markt in Gefahr, schreibt die Tageszeitung „Kommersant“ am Mittwoch. Das Gebietsgericht bewertete den Streik am Dienstag als rechtswidrig.

Die Gewerkschaft von Ford-Wsewoloschsk will aber dieses Urteil im Obersten Gericht anfechten. Das könnte bedeuten, dass der Streik mehr als einen Monat dauern kann.

Die täglichen Verluste des Betriebs werden auf drei bis sechs Millionen Dollar geschätzt.

Sollte die Geschäftsführung nicht bis Mitternacht Verhandlungen anbieten, werde die Belegschaft unbefristet die Arbeit niederlegen, kündigte Gewerkschaftsführer Alexej Jetmanow am Mittwoch an.

2006 war Ford mit 116 000 verkauften Autos der erfolgreichste ausländische Autokonzern beim Pkw-Absatz in der Russischen Föderation. „Nun besteht das Risiko, dass sich die Abnehmer auf andere Marken umstellen werden, so dass Ford seine Spitzenposition in Russland einbüßt“, meint Alexander Agibalow, geschäftsführender Direktor der Investmentgruppe AG Capital. Als die nächsten Konkurrenten kommen Hyundai und Chevrolet mit ihren preiswerten Modellen in Frage.

Im St. Petersburger Ford-Werk fertigen rund 1700 Beschäftigte den Ford Focus. Sie verdienen durchschnittlich 17.000 Rubel (knapp 500 Euro) im Monat. Mit dem Streik wollen sie vor erreichen, dass Ford sie bei einem Arbeitsunfall oder bei Krankheit absichert. Sie protestieren auch gegen die Vergabe von Zeitarbeitsverträgen. [ RIA Novosti  /afp / russland.RU ]