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03-03-2007 Sankt Petersburg
Zahlreiche Festnahmen bei nicht genehmigter Demonstration in St. Petersburg
Bei einer nicht genehmigten Demonstration von rund 5000 Regierungsgegnern sind am Samstag in St. Petersburg zahlreiche Teilnehmer festgenommen worden. Die Polizei nahm nach eigenen Angaben fast 50 Demonstranten in Gewahrsam. Ein Polizeisprecher begründete das harte Vorgehen mit Verkehrsbehinderungen und anderen Gesetzesverstößen.

Das Oppositionsbündnis Anderes Russland teilte mit, 30 Mitglieder der Nationalbolschewistischen Partei seien festgenommen worden. Teilnehmer an dem "Marsch des Widerspruchs" durchbrachen Polizeisperren vor einer viel befahrenen Kreuzung der nordwestrussischen Millionenmetropole, wie russische Medien berichteten.

Die Demonstranten hatten nach Medienberichten nach der Durchbrechung einer Polizeisperre ihren Marsch auf einer Hauptverkehrsstraße der nordwestrussischen Millionenmetropole fortgesetzt. Sie riefen Parolen gegen den russischen Präsident Wladimir Putin und die Regierung wie "Russland ohne Putin" oder "Raus mit der korrupten Obrigkeit". Polizisten versuchten, Demonstranten die Banner verschiedener Oppositionsparteien abzunehmen.

Unter den festgenommenen Mitgliedern der Nationalbolschewistischen Partei sei auch deren Vorsitzender, der Schriftsteller Eduard Limonow, erklärte das Bündnis Anderes Russland. Einer Gerichtssprecherin zufolge wartete der auf seine Anhörung. Der 1944 geborenen Limonow wurde Ende der 70er Jahre mit seinem Roman "Fuck off, Amerika" zum Kultautor in Russland. Aus dem Exil in den USA kehrte er erst unter Präsident Michail Gorbatschow in die Heimat zurück.

Einer der Organisatoren der Demostration, der ehemalige Schachweltmeister und Oppositionspolitiker Garri Kasparow sagte: "Jeder, der hierher gekommen ist, hat seine Angst besiegt." Die Behörden hatten den Organisatoren des Protests, zu denen neben Kasparow der Präsidentschaftskandidat und frühere Ministerpräsident Michail Kasjanow gehörte, die Versammlungserlaubnis entzogen.

In St. Petersburg finden am Sonntag kommender Woche Kommunalwahlen statt. Die nationalen Parlamentswahlen stehen im Herbst an, die Präsidentschaftswahlen Anfang März 2008. Putin kann nach zwei Amtszeiten nicht erneut kandidieren.