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19-05-2007 Sankt Petersburg
Das Petersburger Forum „Davos an der Newa“ gibt einen Blick in die Zukunft
[von Michail Chmeljow] Anfang Juni, mit dem Beginn der berühmten „weißen Nächte“, wird das 11. Petersburger Internationale Wirtschaftsforum eröffnet.

Für Russland ist dies einer der Haupttermine im wirtschaftlichen und im politischen Leben des Landes.


Außerdem gewinnt dieses Ereignis in der Metropole an der Newa mit jedem Jahr an internationaler Dimension: Zu dem Forum nach Sankt Petersburg kommen namhafte Staatsmänner der ganzen Welt, Chefs der größten Unternehmen und die reichsten Menschen der Erde.

Bei dem bevorstehenden dreitägigen Treffen wird praktisch ein Drittel der Zeit in den Plenarsitzungen Problemen der Entwicklungswelt sowie Projekten gewidmet, die Russland gemeinsam mit seinen asiatischen Nachbarn umsetzt.

Dieses Treffen, das am 8. Juni beginnt, wird auch als „Russisches Davos“ bezeichnet. Russland will diese Begegnungen nämlich zu einer „Wirtschaftsbrücke“ zwischen seiner nördlichen Metropole und dem Weltwirtschaftsforum in dem Schweizer Kurort machen. Das Forum wird faktisch die in Davos eingeleitete Diskussion fortsetzen, die der Stellung und der Rolle Russlands in der heutigen Welt gewidmet ist. Das haben Russlands Erster Vizepremier Dmitri Medwedew und der WWF-Gründer Klaus Schwab noch im Januar in Davos angekündigt. Mit der Erörterung dieses Themas wird auch das Treffen in Sankt Petersburg beginnen.

Wie der russische Minister für Wirtschaftsentwicklung und Handel, German Gref, mitteilte, wird die Diskussion von einem Spitzenvertreter eines der namhaftesten Medien moderiert, die die Meinung über Russland im Ausland mitprägen.

„Wahrscheinlich wird das Steve Forbes, Chef des Medienimperiums ‚Forbes’ sein, wir erörtern aber auch andere Kandidaten, u. a. Experten aus ‚The New York Times’ und ‚The Economist’“, so der Minister. „Außerdem möchten wir von angesehenen ausländischen Experten und Forschern alternative Meinungen über Russlands Perspektiven in der Weltwirtschaft hören.“

Zur Diskussion sind der Generalsekretär der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung Europas, Angel Gurria, und der Autor des Buches „Der Kobra-Effekt“, Horst Siebert, eingeladen. Auch die Chefs der besonders dynamischen russischen Unternehmen wie Viktor Wekselberg (SUAL-Holding), Wladimir Jewtuschenkow (AFK Sistema) und Andrej Kostin (Vneshtorgbank) werden kommen. „Außerdem erwarten wir, dass sich der Diskussion die Spitzenvertreter und, man kann sogar sagen, die Legenden des Weltbusiness Bill Gates, Michael Dell oder Craig Barrett anschließen werden“, fügte Gref hinzu.

Am ersten Tag wird im Anschluss an das Weltwirtschaftsforum in Sankt Petersburg auch ein Treffen „Russland und die globale Kapitalisierung“ stattfinden, an dem erfolgreiche Unternehmer im Alter unter 40 Jahren teilnehmen werden. Zu diesen gehören der russische Financier Ruben Wardanjan (Troika-Dialog), weltbekannte Geschäftsleute wie Sergej Brin (Google) und Shiv Vikram Khemka (Sun Group). Gerade ihnen gehört die Zukunft dieser Welt und gerade sie werden sich zu den Prognosen und Szenarien äußern, die in der 1. Tagung publik gemacht werden.

Das Petersburger Forum hat eine reiche Geschichte: In den zehn Jahren seines Bestehens hat es einen Weg von einem lokalen Treffpunkt, der auf den postsowjetischen Raum orientiert ist, bis zu einem wahrhaft internationalen Ereignis zurückgelegt. Das 10. Petersburger Forum wurde beispielsweise von der finnischen Präsidentin Tarja Halonen besucht, deren Land zu dem Zeitpunkt den EU-Vorsitz führte. Insofern ist diesmal mit einem Besuch ihrer Nachfolgerin auf diesem Posten, Angela Merkel, zu rechnen.

Außerdem ist das Jahr 2007 ein Jahr Russlands in China, deshalb wird eine ranghohe chinesische Delegation beim Forum erwartet. Damit wird schon die erste Sitzung des Forums zu einem wahrhaft einmaligen Ereignis nicht nur für Russland, sondern auch für die globale politische und Geschäftselite. Am gleichen Tag wird ein informelles Treffen des Rates der GUS-Staatschefs in Sankt Petersburg stattfinden.

2006 wurden die traditionellen Themen des Forums durch eine Analyse des stürmischen Wachstums der Entwicklungsmärkte, einer neuen Erscheinung in der Weltwirtschaft, ergänzt. 2007 wird das Petersburger Wirtschaftsforum dieses Thema fortsetzen. Praktisch der gesamte zweite Tag wird den Entwicklungsländern gewidmet. Ihren Problemen wird die ganze Plenarsitzung zum Thema „Die sich entwickelnde Wucht der Entwicklungsmärkte“ gelten. Zur Teilnahme an der Diskussion sind die Wirtschaftsminister Brasiliens, Indiens und Chinas sowie Leiter der größten transnationalen Gesellschaften der Entwicklungswelt eingeladen. Die Minister werden Investitionsmöglichkeiten ihrer Länder vorstellen, während die Aufgabe der Großunternehmer darin bestehen wird, diese Möglichkeiten u. a. ausgehend von den Erfahrungen ihrer Unternehmen im jeweiligen Land einzuschätzen.

Zweifellos wird diese Diskussion recht interessant werden, zumal daran Leute wie Lakshmi Mittal (Mittal Steel), Oleg Deripaska (RusAl), Adnan Kassar (Fransabank), Cheng Geng (vom chinesischen nationalen Ölunternehmen CNPC), Jeroen van der Veer (Royal Dutch Shell), Josef Ackermann (Deutsche Bank) und Edward Zander (Motorola) teilnehmen sollen. Außerdem werden solche Termine auch dafür geschätzt, dass man bei dem Forum die Möglichkeit bekommt, mit solchen Menschen informell zu sprechen und Bekanntschaft mit ihnen zu schließen, was später eventuell zu festen Geschäftskontakten und potentiellen Projekten führen könnte.

Außerdem wird im Rahmen des Forums eine Reihe von Runden Tischen veranstaltet, die sowohl für Vertreter der Industrieländer als auch dieser dynamisch wachsenden Wirtschaften der Welt von Interesse sein werden. Einer davon wird die Bezeichnung „Energie-Partnerschaft“ haben - dieser Runde Tisch ist dank dem Preis „Globale Energie“ international bekannt geworden.

Insgesamt werden beim 11. Petersburger Internationalen Wirtschaftsforum rund 600 weltbekannte Staatsmänner, Geschäftsleute und Financiers erwartet. Nicht weniger solide wird Russland repräsentiert: Präsident Wladimir Putin, Regierungsmitglieder und Vertreter der Föderativen Versammlung, Gouverneure und Leiter der größten Unternehmen wie auch Beauftragte von gesellschaftlichen Organisationen.

Das diesjährige Petersburger Wirtschaftsforum wird voraussichtlich insgesamt 5 000 Besucher zählen. Mehr als 700 Journalisten aus aller Welt werden darüber berichten. Individuelle Einladungen zum Forum haben rund 1 100 Spitzenvertreter der Weltwirtschaft, der politischen Kreise und der Expertengemeinschaft aus mehr als 60 Ländern erhalten - alles Repräsentanten der Weltelite, Menschen, die die heutige Geschichte mitgestalten.

Das Organisationskomitee des Forums ist dabei besonders darum bemüht, Top-Manager und Besitzer der führenden Unternehmen der Welt für sich zu gewinnen. Während die Politiker im Prinzip unbegrenzte Möglichkeiten zum Dialog haben, braucht das internationale Business ständig Informationen. In Bezug auf Russland empfindet es aber einen echten Informationshunger. [ria-novosti]