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10-09-2007 Sankt Petersburg
3000 Menschen protestierten gegen geplanten Gasprom-Wolkenkratzer
Etwa 3.000 Menschen haben am Samstag in St. Petersburg gegen die Pläne des Energieriesen Gasprom demonstriert, mitten im historischen Zentrum der Stadt einen Wolkenkratzer zu bauen. Die Demonstranten zogen durch die Innenstadt und hielten Schilder hoch, auf denen Parolen wie "Stoppt den Bau-Vandalismus" und "Gasprom - Feind des Volkes" zu lesen waren.

Der unter anderem vom ehemaligen Schachweltmeister Gari Kasparow und seiner Oppositionspartei "Das andere Russland" organisierte Protestmarsch wurde von einem großen Polizeiaufgebot begleitet.

"Wir sind hier, um gegen die zynischen Machthaber zu protestieren, die meinen, alles zu besitzen: die Paläste und die Museen, die Flüsse und die Seen", sagte Kasparow auf der Abschluss-Kundgebung auf einem Platz in der Nähe des Rathauses. Die Gasprom-Pläne bezeichnete er als einen "Stich in das Herz Russlands".

Gasprom will bis 2016 auf einem 70-Hektar großen Gelände an der Mündung des Flusses Neva einen knapp 300 Meter hohen Wolkenkratzer und eine Fünf-Sterne-Hotelanlage errichten. Der Gebäudekomplex würde das von eleganten Palästen und Kirchen geprägte Erscheinungsbild der Stadt stark verändern. Ende August hatte die UN-Kulturorganisation UNESCO bereits gewarnt, das Zentrum von St. Petersburh von der Liste des Weltkulturerbes zu streichen, sollte der Wolkenkratzer tatsächlich gebaut werden.