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08-10-2004 Sankt Petersburg
Sankt Petersburger Denkmäler werden „konserviert"
Das Komitee für staatliche Kontrolle, Nutzung und Schutz von Denkmälern Sankt Petersburgs hat die Arbeit an einer einmaligen „Schutztechnologie" begonnen, die offiziell als die „Sankt Petersburger Strategie der Erbbewahrung" bezeichnet wird. Von jetzt an werden die Denkmäler nur teilweise restauriert bzw. konserviert.

Petersburg wird oft genauso wie Venedig oder Florenz als eine Museumsstadt bezeichnet (sie zählt rund 12 000 regionale Denkmäler der Geschichte und Kultur, die Objekte von landesweiter Bedeutung nicht mitgerechnet). Exponate dieses Museums sind schon seit langem von der Gefahr eines Verschwindens bedroht. 2004 kamen mehr als 1000 Gebäude in der Newa-Metropole auf die Liste von „Objekten, die unverzügliche Rekonstruktion erfordern". Nach Ansicht von Experten würden die Russen in den nächsten 15 bis 20 Jahren ihr „Venedig im Norden" einbüßen, sollte sich die Petersburger Altstadt mit der gleichen Geschwindigkeit zerstören.

Die neue „Schutztechnologie" wird die Anwendung bestimmter Bautechniken streng überwachen. Mitarbeiter des Komitees wollen sogar die Farbe der Gebäude überwachen. Die Petersburger Restaurierungsfirmen werden aufgefordert, ihre Arbeitsmethodik zu ändern. Anstelle der für die Sowjetzeiten üblichen Wiederherstellung, als die zerstörten Teile der Denkmäler neu errichtet wurden, soll jetzt die Konservierungsmethodik angewandt werden (Wiederherstellung eines Objekts auf der Grundlage der erhaltengebliebenen Fragmente), die insbesondere unter italienischen Restaurierungsexperten beliebt ist. In italienischen Museen kann man zahlreiche Gemälde sehen, in denen der restaurierte Teil um einen Ton heller ist als der originelle Teil. Die restaurierten Konstruktionen von Gebäuden unterscheiden sich ebenfalls farblich von den alten.

Die Sankt Petersburger Stadtadministration will diese Konzeption hauptsächlich auf Kosten der Mieter und Pächter verwirklichen, schreibt das Blatt. (RIA)