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04-05-2008 Sankt Petersburg
Homosexuelle in Sankt Petersburg dürfen nicht schweigen
Die Behörden in St. Petersburg haben eine Aktion von Homosexuellen gegen Diskriminierung und Fremdenhass nicht genehmigt. Wie der Organisator der Aktion, Igor Petrow, am Samstag mitteilte, haben die Behörden empfohlen, die Aktion am internationalen Tag des Schweigens, der dem Totschweigen der Diskriminierung sexueller Minderheiten gewidmet ist, nicht in der Stadtmitte, sondern im Tschernyschewski-Park abzuhalten.



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"Doch am Vortag wurden wir benachrichtigt, dass an diesem Ort eine Veranstaltung der Stadtpolizei stattfindet und die Durchführung des Tages des Schweigens deshalb unmöglich wäre", sagte Petrow.

Petrow leitet eine Gemeinschaft von Lesben, Homosexuellen, Bisexuellen und Transsexuellen. Die von ihm geplante Aktion sollte die Menschen auf die Probleme des Totschweigens von Diskriminierung, physischer und moralischer Gewalt sowie auf Verbrechen, die durch Fremdenhass und Intoleranz entstehen, aufmerksam machen.

Wie ein Korrespondent aus Sankt Petersburg mitteilte, sind am Samstag dennoch 15 Aktionsteilnehmer in den Tschernyschewski-Park gekommen. Sie haben sich auf einige Bänke gesetzt und den Mund mit Klebeband zugeklebt. In der Grünanlage laufen sie mit Plakaten "Ich schweige, um mir Gehör zu verschaffen" umher und verteilen Flugblätter an Passanten, auf denen dazu aufgerufen wird, die Augen vor den Problemen der sexuellen Minderheiten nicht zu verschließen.

Die bislang friedlich verlaufende Aktion wird von einigen Polizisten und zahlreichen Journalisten beobachtet, deren Zahl die der Aktionsteilnehmer wesentlich übertrifft. Diese Aktion startete 1996 in den USA und findet auch seit 2007 in Europa einmal im Jahr statt. Der diesjährige internationale Tag des Schweigens ist dem Andenken an Lawrence King gewidmet, der im Februar 2008 im Alter von 15 Jahren von einem Mitschüler in Kalifornien umgebracht wurde, weil er schwul war. Der Tag des Schweigens sollte in Russland erstmalig stattfinden.

Den Veranstaltern zufolge hatten sie die Verwaltung des Zentralen Stadtbezirks von St. Petersburg am 24. April über die Aktion in Kenntnis gesetzt und eine entsprechende Zustimmung erhalten. RIA Novosti