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02-04-2009 Sankt Petersburg
Bosch-Hausservice-Ruf für Sankt Petersburg
Seit 1980 gibt es in Deutschland Hausnotrufsysteme, die chronisch Kranken und Infarkgefährdeten den Verbleib in der eigenen Wohnung ermöglichen. Seitdem wurde der Service vom Rechteinhaber Bosch und seinen Partnern zu einem umfassenden Hilferuf inklusive Brand- und Einbruchmeldeanlage weiterentwickelt.



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Das System, das sich gerade in der fünften Generation befindet, soll nach einem seit einigen Monaten bestehenden Probebetrieb im Stadtteil Wasilesky von Sankt Petersburg nun bald auch anderswo in Russland Fuß fassen.

Im Dezember 2008 fand die Eröffnung der ersten russischen Haus-ServiceRuf-Leitstelle in Wasiliesky, einem Stadtbezirk von St. Petersburg, statt. Gemeinsam mit dem Vertriebspartner Claus Lemcke unterstützt Bosch dieses Projekt durch eine russische Version des eigenen Managementsystems und 2.000 Teilnehmergeräte. Im Rahmen der offiziellen Eröffnung der Leitstelle zeigten sich der Bürgermeister des Stadtbezirks, Alexander Isaew, und die Gouverneurin von St. Petersburg, Valentina Matwijenko, sehr interessiert an dem Konzept. Beide sehen ein großes Potential für den Haus-ServiceRuf in St. Petersburg.

Nun wird an einer Ausweitung des Projektes gearbeitet. Eine solche ist sinnvoll. Die Stadt St. Petersburg ist erheblichen demographischen Veränderungen ausgesetzt: derzeit sind bereits mehr als 20 Prozent der Bevölkerung älter als 65 Jahre, Tendenz steigend. Immer mehr ältere Menschen leben nicht gemeinsam mit ihren Familien, daher benötigen sie im Notfall Kontakt zu einer Hilfe leistenden Stelle.

Vor diesem Hintergrund sehen die Sozialbehörden von Wasilesky nach den ersten Monaten Betrieb den Serviceruf als gute Möglichkeit, ältere Menschen darin zu unterstützen, weiterhin selbstständig und unabhängig zu Hause in ihrer vertrauten Umgebung zu leben. Gleichzeitig können hohe Kosten für die ansonsten fällige Betreuung in Alten- und Pflegeheimen vermieden werden. Aus diesem Grund stellen nun die Sozialbehörden den Service und die Geräte kostenlos zur Verfügung.

Eine Ausweitung des Service wäre für den Weltkonzern Bosch ein lohnendes Geschäft, das gerade bei der aktuellen Wirtschaftslage ein wichtiger Beitrag zum Erhalt von Arbeitsplätzen sein würde. Denn nicht nur Sankt Petersburg hat mit einer wachsenden Überalterung zu kämpfen. Ähnliche Probleme bestehen in vielen anderen Metropolen und davon gibt es in Russland eine Menge.
[ Roland Bathon / russland.TV – Russland hören und sehen ]