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16-04-2009 Sankt Petersburg
Putin inspiziert die Petersburger Ringautobahn und trifft sich mit Schröder
Bei seinem gestrigen Besuch in Petersburg befasste sich Premierminister Wladimir Putin in erster Linie mit dem Verkehr in der aktuellen wirtschaftlichen Krisensituation. Nach seiner Inspektion auf der Baustelle der südlichen Petersburger Ringautobahn präsentierte er zusammen mit Gouverneurin Valentina Matwijenko das angepasste Budget bis 2010.



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Das Teilstück mit einer Länge von 5,6 Kilometern soll bis 2010 fertig gestellt sein und statt der ursprünglich berechneten 35 Milliarden Rubel (umgerechnet 795 Millionen Euro) nur 27 Milliarden Rubel (umgerechnet 614 Millionen Euro) kosten, schreibt Fontanka.ru. Davon sollen 20,6 Milliarden aus dem Staatsbudget kommen, 6,7 Milliarden soll die Stadt beisteuern. Die Einsparungen, so Putin, sollen durch die Vergabe der Aufträge zu günstigeren Konditionen und durch billigeres Baumaterial erreicht werden. Ausserdem will man laut Matwijenko die Trassenführung vereinfachen - so verhandelt die Stadt zu Zeit mit der Kirow-Fabrik, um die Autobahn direkt über ihr Gelände zu bauen, statt sie zu umgehen.

Teuerer Autobahnkilometer

Trotz der Einsparungen wird der Kilometer Autobahn damit durchschnittlich 4,8 Milliarden Rubel kosten - das ist um ein Vielfaches teurer als beispielsweise in Deutschland. 2010, nach der Fertigstellung dieses Teilstücks, mit dem der Süden der Stadt inklusive Frachthafen an das Schnellverkehrsnetz angeschlossen wird, soll die Ringautobahn kostenpflichtig werden. Die aktuellen Prognosen einer möglichen Gebühr pro Fahr wird bei 70 Rubel angesetzt - das ist deutlich günstiger als noch zu Beginn des Baus als von 100 Rubel die Rede war. Für die Finanzierung der nächsten Bauetappe ab 2011 müssen vermutlich neue Lösungen gesucht werden, da die Wirtschaftskrise den Spielraum bei Bankkrediten stark eingeschränkt hat.

Staat greift Bahnkonzern RZD unter die Arme

Des weiteren gab Putin bekannt, dass die Moskauer Regierung der Russischen Eisenbahnen AG (RZD) 50 Milliarden Rubel (umgerechnet 1,1 Milliarden Euro) zur Verfügung. Mit dem Geld sollen ausgefallene Einnahmen wettgemacht werden. Nach seinen Worten übersteigt der Investitionsbedarf der RZD deutlich die Finanzressourcen des Bahnkonzerns. Weitere 100 Milliarden Rubel sollen für die Erneuerung der Fuhrparks aufgetrieben werden. Der Regierungschef verwies darauf, dass die Finanzhilfe für RZD zusätzliche Aufträge für die heimische Maschinenbauindustrie und die Erhaltung von mehreren tausend Arbeitsplätzen bedeuten würde.

Nordstream: Putin trifft Altkanzler Schröder

Putin hat dem deutschen Altkanzler Gerhard Schröder für dessen Bemühungen um die geplante Ostsee-Pipeline Nord Stream gedankt und die „gesamteuropäische“ Bedeutung dieses Projektes geschildert. Die Ostsee-Pipeline bedeute für Deutschland eine maßgebliche Rolle als Transitland, meinte der russische Regierungschef am Dienstag bei einem Treffen mit Schröder, der dem Aktionärsausschuss der Nord Stream AG vorsteht. Die 1.220 Kilometer lange Ostsee-Pipeline soll auf dem Ostsee-Boden verlegt werden und das russische Wyborg mit dem deutschen Greifswald direkt verbinden. Das gelieferte russische Gas soll dann zum Teil den deutschen Bedarf decken sowie an Großbritannien, Frankreich, Dänemark und die Niederlande weiterverkauft werden.
[ eva / Sankt Petersburger Herold ]