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22-10-2004 Sankt Petersburg
Baltisches Werk in St. Petersburg wird neuartige Eisbrecher bauen
Der staatliche Betrieb Rosmorport hat am Donnerstag mit dem in St. Petersburg ansässigen Baltischen Werk einen Vertrag über den Bau neuartiger Eisbrecher geschlossen. Das erste Schiff wird voraussichtlich knapp 2,5 Milliarden Rubel (85,8 Millionen US-Dollar) kosten, teilte der Pressedienst des Baltischen Werks mit, das bei einer internationalen Ausschreibung im August dieses Jahres gewonnen hatte.

Der erste Eisbrecher wird im ersten Quartal 2005 auf Kiel gelegt und soll voraussichtlich Ende 2006 vom Stapel laufen. Das zweite Schiff dieser Klasse soll Ende 2007 dem Auftraggeber übergeben werden.

Die neuen Eisbrecher sind für die Gewährleistung des reibungslosen Verkehrs von Tankschiffen im Finnischen Meerbusen im Winter, für das Bugsieren von Schiffen und für Bergungsarbeiten auf hoher See bestimmt. Ihren Heimathafen werden die Eisbrecher in Primork haben. Prognosen von Experten zufolge soll die Ölverarbeitung in Primorsk zum Jahr 2006 auf 60 Millionen Tonnen und 2010 auf die geplante Leistung von 100 Millionen Tonnen steigen. „Gerade unter Berücksichtigung dieser Perspektive hatte das Verkehrsministerium Russlands beschlossen, zwei moderne Eisbrecher bauen zu lassen", hieß es beim Pressedienst.

Der neue Eisbrecher mit diesel-elektrischem Antrieb stellt ein Zwei-Deck-Schiff mit zwei um 360 Grad drehbaren Schrauben- und Lenksäulen dar. Diese technische Besonderheit macht das Schiff manövrierfähiger. Am Heck ist eine Piste für Hubschrauber des Typs Kamow Ka-32 oder Ka-226 vorgesehen.

Jedes Schiff mit einer Länge von 116 Metern, einer Breite von 29 Metern und dem Tiefgang von 8,5 Metern wird laut Projekt eine Wasserverdrängung von 15 400 Tonnen haben. Die Antriebsleistung an den Schraubenwellen beträgt 18 Megawatt und die Betriebsgeschwindigkeit 17 Knoten. Die Besatzung ist jeweils 20 Mann stark.

Das Baltische Werk hat 80-jährige Erfahrungen bei Bau einsgängiger Schiffe. Als erster Betrieb in der Sowjetunion hatte das Baltische Werk in den 1920-er Jahren mit dem Bau von dieselbetriebenen Eisbrechern begonnen. Von 1974 bis 1992 liefen im Baltischen Werk Eisbrecher zweiter Generation sowie 1989 und 1990 zwei Atomeisbrecher - „Tajmyr" und „Wajgatsch" - vom Stapel. Die beiden Atomeisbrecher wurden in Kooperation mit dem finnischen Unternehmen Wartsila gebaut. Gegenwärtig wird im Baltischen Werk der Atomeisbrecher „50 Jahre Sieg" montiert. (RIA)