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16-06-2009 Sankt Petersburg
Autorin und Politikerin Vera Lengsfeld liest in Petersburg
Das Deutsche Generalkonsulat in St. Petersburg veranstaltet am 24. Juni eine Lesung mit der deutschen Autorin und Politikerin Vera Lengsfeld (Wollenberger). Sie wurde 1952 in Sondershausen (Thüringen, DDR) geboren, arbeitete nach einem Philosophie-Studium an der Berliner Humboldt-Universität als Lektorin und studierte danach Theologie.



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Nach ihrem Protest gegen die Stationierung sowjetischer Atomraketen wurde ihr 1983 Berufsverbot erteilt, ausserdem wurde sie aus der SED ausgeschlossen.

Wegen ihres Engagements in den Westen abgeschoben

Ab 1981 war sie in diversen Bürgerrechtsbewegungen aktiv und war Mitbegründerin des Pankower Friedenskreises, der Umweltbibliothek Berlin, der Berufsverbotsgruppe und der Kirche von Unten. Nach der Teilnahme an der Liebknecht-Luxemburg-Demonstration in Ost-Berlin wurde sie zusammen mit anderen Bürgerrechtlern in den Westen abgeschoben.

Nach Theologie-Studien in England kehrte sie 1989 in die DDR zurück und erlebte den Mauerfall. Danach wurde sie Abgeordnete der Grünen Partei und engagierte sich unter anderem in der Verfassungskommission des „Runden Tisches“ während der Wiedervereinigung von West- und Ostdeutschland.

Zivilcourage vor und nach dem Mauerfall

1991 erfuhr sie, dass ihr Mann sie als inoffizieller Stasi-Mitarbeiter bespitzelt hatte, reichte die Scheidung ein und nahm wieder ihren ursprünglichen Familiennamen Lengsfeld an. Aus Protest gegen die Zusammenarbeit der Grünen Partei mit der PDS schloss sie sich 1996 der CDU/CSU-Bundestagsfraktion an. Nach einer Wahlniederlage beschloss sie 2005 ihren Ausstieg aus der Bundespolitik – jedoch nur für vier Jahre, denn 2009 kandidiert sie erneut für die CDU.

Für ihre Zivilcourage und ihr Engagement für die Menschen- und Bürgerrechte in der DDR wurde Lengsfeld 1990 der Aachener Friedenspreis verliehen, 2008 wurde sie mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet.

Neben ihrer politischen Arbeit verfasst sie Bücher sowie Texte und Kolumnen für verschiedene Medien, so zum Beispiel für Neues Deutschland, die Süddeutsche Zeitung, die Frankfurter Rundschau, die Frankfurter Allgemeine Zeitung, Der Spiegel, Focus und die Junge Freiheit. Ausserdem ist sie Kolumnistin des Blogs “Die Achse des Guten”.

Lesung am 24. Juni, 18.00 Uhr, Furschtatskaja 17, Eintritt frei, Voranmeldung per E-Mail an pr-100 “ät” stpe.diplo.de. Wir empfehlen Ihnen den Zugang zum Generalkonsulat über die Potemkinskaja Uliza, da die Furschtatskaja Uliza durch Bauarbeiten blockiert ist. Sie wird auf Deutsch lesen; für die russischen Gäste stehen eine schriftliche Übersetzung und ein Dolmetscher bereit.
[ eva / Sankt Petersburger Herold ]