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02-09-2009 Sankt Petersburg
“Schule ist etwas extrem Lebendiges” – Die Deutsche Schule St. Petersburg begrüsste ihre ersten Schüler
[ Von Eugen von Arb ] Trotz mannigfaltiger Probleme gelang es dem Trägerverein, den Betrieb der Deutschen Schule rechtzeitig am 1. September aufzunehmen. Bei gutem Wetter und guter Laune begrüsste die Schuldirektorin Magdalena Schmid die neuen Schülerinnen und Schüler mit ihren Eltern im Schulhaus auf der Wassili-Insel.



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“Wir haben es trotz allem geschafft!” – allen Mitwirkenden, den Mitgliedern des Schulvereins, den Mitarbeitern des Deutschen Generalkonsulats und den Sponsoren waren Stolz und Erleichterung über den gelungenen Start der Schule anzumerken. Generalkonsul Peter Schaller versicherte in seiner Eröffnungsrede, er habe in seiner Karriere bereits viele Eröffnungen und Gründungen miterlebt, aber diese werde sicherlich unvergesslich für ihn bleiben. Wofür man in anderen Ländern Jahre brauche, das habe man in Petersburg trotz vieler Hürden innerhalb einiger Monate erreicht, meinte er stolz.

Trägerverein: “Bei uns haben am Schluss einfach alle alles gemacht!”

In ähnlichem Sinn sprach auch die Vorsitzende des Schulvereins Marion Janoschka und machte allen Beteiligten ein grosses Kompliment für das ausgezeichnete Teamwork und den selbstlosen Einsatz. Walter Denz, Verantwortlicher für Öffentlichkeitsarbeit im Trägerverein, bestätigte gegenüber dem “St. Petersburger Herold” die gute und enge Zusammenarbeit. “Normalerweise hat in einem solchen Verein jede seine Aufgabe – aber bei uns haben am Schluss einfach alle alles gemacht!” Obschon wöchentlich Sitzungen von drei bis vier Stunden Dauer abgehalten worden seien, habe der Elan bei keinem nachgelassen, meinte er.

Erste Aufgabe für die Schuldirektorin – das historische Gruppenfoto

Besonders begrüsst wurden natürlich die Kinder, die allesamt ein mit Deutschland-Fähnchen geschmücktes Geschenk erhielten. Die drei ersten Erstklässler der Deutschen Schule bekamen eine besonders grosse Schülertüte in die Hand gedrückt. Begrüsst wurde aber auch das neue LehrerInnenkollegium sowie die Schuldirektorin Magdalena Schmid, die in ihrer Ansprache unter dem Motto “Schule ist etwas extrem Lebendiges – und was gibt es Schöneres?!” ihre Freude über die neue Aufgabe ausdrückte.

Dann wartete schon ihre erste Aufgabe auf sie: Kinder und Eltern mussten für ein historisches Gruppenbild vor dem Schulhaus versammelt werden, bei dem Schmidt selbst auf den Auslöser drückte. Anschliessend versammelten sich die Eltern noch einmal für Einzelfragen an Lehrer und Trägerverein, während die knapp dreissig Mädchen und Buben bereits ihre ersten Stunden in der Schulstube oder im Kindergarten verbrachten.

Die Liegenschaft – ein kleines Wunder

Tatsächlich scheint das ganze Projekt unter einem guten Stern zu stehen – dazu genügt schon ein Blick auf das schöne Schulhaus, in dem vier grosse Etagen mit zahlreichen schön eingerichteten Zimmern für den Unterricht zur Verfügung stehen. In einem Bürokraten-Staat wie Russland innerhalb kurzer Zeit eine solche Liegenschaft zu finden und herzurichten – das grenzt schon an Wunder.

Eingerichtet ist bisher das Erdgeschoss, wo bereits einige Klassenzimmer, das Sekretariat und der Lehrmittelraum untergebracht sind. Auch das Dachgeschoss ist bereits durch den Versammlungsraum und zwei Räume für Kindergarten und Vorschulstufe belebt. Alles übrige – spezielle Räume für Musik, Informatik und Physik ua. – werden nach und nach ausgerüstet. Auch der Kinderspielplatz auf grossen Gelände um die Schule soll in den kommenden Wochen fertig gestellt werden. Die wichtigsten Dinge für den Schulbetrieb sind vorhanden – sogar für das Essen ist gesorgt. Eine finnische Catering-Firma wird die Schule versorgen bis eine eigene Küche eingerichtet ist.
[ eva / Sankt Petersburger Herold ]