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02-12-2009 Sankt Petersburg
Engagiert in Afrika und Russland – Pfarrer Stark erhält das Bundesverdienstkreuz
[ Von Markus Müller ] In einem grossen Festakt in der Maria-Heimsuchungskirche hat der Deutsche Botschafter Walter Jürgen Schmid als Vertreter des Bundespräsidenten das Grosse Bundesverdienstkreuz 1. Klasse an Pfarrer Richard Stark MVD verliehen. Die Auszeichnung wurde für die stehte Bemühungen Richard Starks zur Versöhnung zwischen der Orthodoxen und Katholischen Kirche in Russland verliehen, aber auch für seine Arbeit in Afrika und die unermüdliche Aufbauarbeit der Kirche und der Gemeinde Mariae-Heimsuchung in der Mineralnaya Uliza.



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Die Auszeichnung wurde für die stehte Bemühungen Richard Starks zur Versöhnung zwischen der Orthodoxen und Katholischen Kirche in Russland verliehen, aber auch für seine Arbeit in Afrika und die unermüdliche Aufbauarbeit der Kirche und der Gemeinde Mariae-Heimsuchung in der Mineralnaya Uliza.

Zum Festakt in der Kirche Mariae-Heimsuchung in der Mineralnaya Uliza. 21 versammelten sich Diplomaten, Vertreter aller Konfessionen, die Gemeinde und Mitglieder der Stiftung zum Wiederaufbau der Kirche sowie Familienmitglieder. In seiner Laudation erinnerte Botschafter Schmid an die wechselvolle Geschichte der Kirche und Gemeinde Mariae-Heimsuchung.

Schon 1859 war der Bau der Kirche nur durch Führsprache eines katholischen Mitglieds der Zarenfamilie, Herzog Maximillian von Leuchtenberg, möglich. Der berühmten Architekt Nicolas Benoit erstellte die Friedhofs- und Gemeindekirche. Auf dem umgebenden Grabfeldern sind ca. 40.000 Nicht-Orthodoxe aus Russland und aller Welt begraben. Später wirkten hier die seliggesprochen Schwester Boleslawa-Maria Lament (1914 bis 1921) und der Pfarrer Epiphan Akulow von 1934 bis zu seiner Erschiessung im August 1937.

Vom Rhein an den Kongo

Pfarrer Richard Stark ist Ordensbruder der Steyler Missionare, eine Bruderschaft, die während des preussischen Kulturkampfs, 1870 in Steyl in den Niederlanden gegründet wurden. Eine Gründung in Deutschland bzw. Preussen war nicht möglich, weil die Katholische Kirche seinerzeit unter Druck von Bismarck “gemobbt” wurde.

Nach einer kaufmännischen Lehre und seiner Tätigkeit bei den St. Georgspfadfindern drückte er die Gymnasialschulbank bis zum Abitur. So gerüstet, bat er bei den Ordensbrüdern des Missionsordens, den Steyeler Patres in St. Augustin, um Aufnahme. Er studierte Philosophie in Mödling bei Wien und Theologie und das Priesteramt in St. Augustin

Hilfe zur Selbsthilfe: Brücken und Solarlampen

Nach der Weihe 1966, siedelte er nach Afrika über und betreute über 30 Jahre als Seelsorger verschiedene Gemeinden im Kongo. Neben der priesterlichen Seelsorge, förderte er auch die Hilfe zur Selbshilfe, baute Brücken, vermittelte praktische Alltagshilfe. Unter anderem lehrte er seine Gastgeber, bei Tage Sonnenenergie zu speichern und in den Nachtstunden zu nutzen.

Bis Heute existiert das Projekt vom Verein SOLUX.ORG, der Solarlampen für Entwicklungsländer entwickelt, zum Beispiel mit der Option zum Handyladen. Durch seine Initiative wurde eine Ebola Epedimie als solche erkannt und die Behörden wachgerüttelt

Erinnerung an die vielen Helfer und den Vorgänger

Schon fast im Rentenalter machte sich Stark dann nach St. Petersburg auf, um den Platz des plötzliche verstorbenen Monsignore Hartmut Kania (1942-2001) einzunehmen. Er fand seine Aufgabe im Aufbau der Kirche und Gemeinde. Das verliehene Verdienstkreuz widmete Richard Stark seinem Orden, all seinen Helfern und seinem Vorgänger.

“Monsignore Hartmut Kania hätte an diesem Tag geehrt werden müssen. Nach der Rückgabe der Kirche war er bis zu seinem unerwarteten Tod deren erster Verwalter und hat sich mit seinen sozialen Werken gleich nach der Wende mit Leib und Seele für die Notleidenden in Sankt-Petersburg eingesetzt und sprichwörtlich aufgerieben. Auf seine Initiative hin entstanden hier die wohltätigen Werke der Caritas und der Malteser”, sagte Stark an der Feier.

Die nächsten Ziele:

“Neben der Instandstellung der Kirche – möchten wir eine würdige Gestaltung des alten Friedhofs und der Krypta, in der neben sieben Bischöfen auch Niolaij Benoit begraben ist. Dafür haben wir jetzt mit Unterstüzung aus Deutschland eine Stiftung eingerichtet. Besonders möchten wir auch an die Selige Maria Boleslawa Lament und den Märtyrer Pfarrer Akulow erinnern, die beide für die Annäherung der Orthodoxen und Katholischen Kirche gelebt und letztendlich dafür gestorben sind. ”
[ Von Markus Müller / Sankt Petersburger Herold ]
Foto: Sankt Petersburger Herold