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20-01-2010 Sankt Petersburg
Mariinski-Theater lanciert sein eigenes Musik-Label im Internet
Das Mariinski-Theater bietet in Zukunft seine eigene Musik im Internet-Shop an. Mit diesem für Russland bisher einzigartigen Schritt weitet seinen Einfluss im Musik-Business aus und erschliesst eine neue, wichtige Einnahmequelle.



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Schon im Mai vergangenen Jahres war das “Mariinski” offiziell aus der Taufe gehoben worden. Nach dem Ende der Sowjetära, in der die Plattenfirma “Melodia” das Monopol für Musikaufnahmen gehabt hatte, war in Russland kein Klassik-Label in ähnlicher Grösse mehr gegründet worden. Bis dahin hatte sich Gergiews Truppe auf den CDs der Marke Universal Music verewigen lassen.

Erste drei CDs mit Werken von Tschaikowski und Schostakowitsch

Das Mariinski hat bis jetzt drei Produktionen veröffentlicht: Die Oper “Die Nase”, die erste und die 15. Sinfonie von Schostakowitsch (auf einer Disk). Beide Aufnahmen holten sich bereits die Gramy-Nominationen. Vor kurzem erschien die dritte Disk mit Werken von Tschaikowsky: Die Ouvertüre “1812), die Kantate “Moskau”, der Slawische Marsch, der Krönungsmarsch, die Ouvertüre nach der Dänischen Hymne.

Rachmaninow und Wagner vorgesehen

Am kommenden 1. Februar soll Rachmaninows drittes Klavierkonzert sowie seine Rapsodie nach einem Thema von Paganini, interpretiert von Denis Mazujewa und dem Mariinski-Orchester herauskommen. Des weiteren wird eine Aufnahme von Wagners Parsival mit dem deutschen Bass René Pape erwartet.

Erstklassiger Tonmeister im erstklassigen Konzertsaal

Für die Aufnahmen benutzt das Mariinski-Orchester den akkustisch erstklassigen neuen Konzertsaal, der 2006 von Architekt Xavier Fabre und dem Akustiker Yasuhisa Toyota fertiggestellt worden war. Neben der Technik ist auch der Tonmeister von erster Güte – John Newton, einer der weltweit besten Spezialist seines Fachs steht hinter dem Mischpult, und als Producer amtet James Malinson.

Bisher keine Lieferadresse für CDs in Russland

In etwa einem Jahr sollen zu den Tonaufnahmen auch Videoaufzeichnungen der Ballet- und Opern-Inszenierungen hinzu kommen. Wer jetzt die Seite mariinskylabel.com besucht, kann die Werke gleich über mehrere Online-Dienst beziehen – iTunes, eMusic, Amazon, Passionato. Für Russland wird dies vorderhand die einzige Lösung sein, denn für den Bezug von CDs sind bis jetzt in allen Ländern von Australien bis USA Bezugadressen angeben, nur in der Heimat des Mariinskis sind die Scheiben bisher offenbar nirgends zu kaufen.
[ eva / Sankt Petersburger Herold ]