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15-03-2010 Sankt Petersburg
Habari Afrika! Habari Bundeskanzler! Habari Deutsche Woche!


[ Von Markus Müller ] Am Samstag wurde im Städtischen Skulpturenmuseum die Ausstellung “Habari Afrika” mit afrikanischer Kunst aus der Sammlung Reinhard Klimmt eröffnet. Für die wichtige Publicity dieser in Russland noch kaum bekannten Kunstrichtung sorgte als Schirmherr der deutsche Alt-Bundeskanzler Gerhard Schröder.




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Reinhard Klimmt nahm bereits in seiner Jugend die Gelegenheit wahr und erwarb mit 15 Jahren die erste Afrikanische Skulptur auf der Weltausstellung in Brüssel. Seither hat ihn das Thema nicht mehr losgelassen. Mit begrenzten finanziellen Mitteln, aber viel Kenntnis und Engagement hat er eine bedeutende Sammlung afrikanischer Kunst zusammengestellt. An der Grenze von Frankreich zum Saarland lebend, hat er sich bereits in jungen Jahren für die Freundschaft und Aussöhnung mit dem Erbfeind Frankreich eingesetzt. Für eine ähnlich wichtige Aufgabe hält er die deutsch-russische Freundschaft.

Ein Statement gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus

Mit der Ausstellung in St. Petersburg will er für diese früher als primitiv geltende Kunst und Toleranz zwischen den Menschen werben. “Waren früher das Zusammenleben auf die Stadt, die Region begrenzt, so können wir Kunst und Kultur Heute über Länder, und kontinentalen Grenzen hinweg genießen”, meinte er an der Eröffnung.

Ein wichtiger Aspekt der Ausstellung ist auch die Toleranz, ein Statement gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus. Auch der Museumsdirektor Wladimir Timofejew war nach über einem Jahr Vorbereitung sichtlich glücklich die Ausstellung endlich in seinen Ausstellungsräumen zu haben.

Habari Bundeskanzler!

Wenn eine Kulturveranstaltung unter der Schirmherrschaft des bekennenden Russland- und Petersburg-Freunds Gerhard Schröder eröffnet wird, ist auch Jahre nach seiner Kanzlerschaft für Aufmerksamkeit gesorgt. Er verstand es, neben der Ausstellungseröffnung auch andere Projekte medial zu befeuern: die Deutsche Schule in St. Petersburg, die Deutsche Woche und die Gaspipeline North Stream, deren Bau in Kürze beginnen soll.

Wie er selber sagte, ist Petersburg für Gerhard Schröder immer ein wichtiges Reiseziel – die Heimat seiner Kinder und vieler Freunde und last but not least eine der schönsten Städte Europas. Wie gut Schröders Draht zu Petersburg ist, bewies auch die Stippvisite der Gouverneurin Valentina Matwijenko an der Vernissage.

Habari Deutsche Woche!

Mit der Ausstellung wurde etwas vorzeitig die diesjährige Deutsche Woche St. Petersburg eröffnet, deren Programm offiziell vom 17. bis 25. April läuft. Generalkonsul Peter Schaller wies auf die Wichtigkeit der Ausstellung für Kulturwoche hin und kündigte die Podiumsdiskussion “Afrikanische Kultur in der Gegenwart” mit dem Sammler Reinhard Klimmt vom 21. April an.

Habari Afrika!

In zwei den zwei Sälen des Museums werden Masken, rituelle Hüte, geschnitzte Holztüren aus dem 19. und 20. Jahrhundert gefesselt. Trotz der Grosszahl von Exponaten wirkt die Ausstellung nicht überladen und locker gestaltet. Wie Reinhard Klimmt bestätigte, sind alle Werke Unikate und werden auf dem Kunstmarkt nach ihrer Originalität bewertet. Gleichzeitig sind die Skulpturen und Masken nicht als individuelle Kunst im europäischen Sinne zu verstehen, sondern als Ausdruck einer religiösen, gesellschaftlichen Tradition.

Habari heisst “Hallo”

Toleranz ist gefordert – was vor 100 Jahren Unverständnis provoziert hätte erfreut den Betrachter. Nachdem sich die ganze Moderne an Afrikanischen Vorbildern abgearbeitet hat, erfreut den Betrachter der Ausdruck und Frische der Originale.

Habari bedeutet in der Sprache Suahili “Hallo” oder “Wie gehts es Dir” . Es ist ein von deutschen Kolonialherren in ganz Ostafrika als Amtssprache eingeführter Bantudialekt, ursprünglich die Sprache der an der Tanzanischen und Kenianischen Küste lebenden “Shuaheli”-Stammes.

13. März bis 20. April, Ausstellungssaal des städtischen Skulpturenmuseums, Newski Prospekt 179/2. Eintritt 50 Rubel. Тel. 314-12-14.

[ Markus Müller / Sankt Petersburger Herold ]