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05-12-2004 Sankt Petersburg
Russisches Museum präsentiert "Die Straße in der russischen Kunst"
Im Benois-Gebäude des Staatlichen Russischen Museums in Sankt-Petersburg wurde die Ausstellung "Die Straße in der russischen Kunst" eröffnet. In der Ausstellung sind Landschaften und Genre-Gemälde, Graphiken, Plastiken und Volkskunst des 19. und 20. Jahrhunderts aus den Beständen des Russischen Museums und der Tretjakow-Galerie zu sehen, so die Website "Museen Russlands".

Das Thema des Weges zum Gotteshaus kommt Mitte des 19. Jahrhunderts in der russischen bildenden Kunst auf und ist in den Gemälden "Osterprozession" (1877) von Ilja Repin und "Der Einsiedler" (1888) von Michail Nesterow präsent.

Das Bild "Tod eines Umsiedlers" (1889) von Sergej Iwanow spiegelt eine Auffassung vom Leben als eine Art Fahrstraße wider, auf der der Tod den Reisenden jederzeit einholen und seinen Weg abbrechen kann.

Natürlich kommt in der russischen Kunst auch der Winterstraße ein gebührender Platz zu: "Winter" von Alexej Sawrassow (1880), "Schneesturm" von Pjotr Sokolow (1886).

Auf einigen Gemälden, z.B. "Herbstwetter" von Archip Kuindschi (1872), wird die Straße als ewiger Weg ohne Anfang und Ende dargestellt. Dieser Weg ist eine ewige Wanderung zum Gotteshaus oder zum Tod, wie auf dem Bild "Reise unter Bewachung" von Ilja Repin (1876).

Auf dem Gemälde "Roggen" von Iwan Schischkin ist die Straße als Traum von Glück, Harmonie, Ruhe und Freiheit abgebildet.

Das Bild "Wladimir-Straße" von Isaak Lewitan gibt den Weg in seiner absoluten Bedeutung wieder. Es könnte sowohl der Weg eines einfachen Wanderers als auch des ganzen russischen Volkes, des "Gottesträgers", sein.

An der Jahrhundertwende steht in Gedanken über die weitere Richtung seiner Reise versunken der "Recke am Scheidewege" von Viktor Wasnezow (1882).

Die zerbrechlichen roten Reiter in der "Roten Kavallerie" von Kasimir Malewitsch (1932) fliegen "in die strahlende Zukunft".

In der Kunst der letzten Jahrzehnte setzen sich die Maler verstärkt mit der Suche des eigenen Weges auseinander. Ein Beispiel dafür ist "Einsam geh ich auf den Weg, den leeren" (1986) von I.W. Nikolajew. (RIA)